Der Wirkungsgrad von Solarzellen variiert je nach Technologie erheblich. Wir erklären die Unterschiede und zeigen aktuelle Rekordwerte.
Der Wirkungsgrad von Solarzellen ist eine der wichtigsten Kenngrößen in der Photovoltaik. Er gibt an, welcher Anteil der einfallenden Sonnenstrahlung in elektrische Energie umgewandelt wird. In diesem Artikel erläutern wir die verschiedenen Solarzellentechnologien, ihre typischen und maximalen Wirkungsgrade sowie die Faktoren, die den Wirkungsgrad im Praxisbetrieb beeinflussen.
Der Wirkungsgrad einer Solarzelle wird unter standardisierten Testbedingungen gemessen: einer Einstrahlung von 1.000 Watt pro Quadratmeter, einer Zelltemperatur von 25 Grad Celsius und einem definierten Spektrum des Sonnenlichts. Unter diesen Bedingungen wandeln die besten kommerziell verfügbaren Silizium-Solarzellen etwa 22 bis 24 Prozent der Lichtenergie in Strom um. Im Labormaßstab wurden bereits Wirkungsgrade von über 26 Prozent für monokristallines Silizium erreicht.
Monokristalline Silizium-Solarzellen dominieren den Markt und bieten das beste Verhältnis von Wirkungsgrad zu Kosten. Die PERC-Technologie hat den Wirkungsgrad konventioneller monokristalliner Zellen um mehrere Prozentpunkte gesteigert, indem eine zusätzliche Passivierungsschicht auf der Rückseite der Zelle aufgebracht wird. Moderne PERC-Zellen erreichen kommerzielle Wirkungsgrade von 21 bis 23 Prozent.
Die TOPCon-Technologie stellt die nächste Evolutionsstufe der Siliziumzelle dar. Durch eine tunneloxid-passivierte Rückseite werden Rekombinationsverluste weiter reduziert. TOPCon-Zellen erreichen kommerzielle Wirkungsgrade von 22 bis 24 Prozent und werden von immer mehr Herstellern in die Massenproduktion überführt. Sie gelten als der neue Standard für hocheffiziente Solarmodule.
Heterojunction-Technologie kombiniert kristallines Silizium mit amorphem Silizium und erreicht damit besonders hohe Wirkungsgrade bei gleichzeitig geringem Temperaturkoeffizienten. Das bedeutet, dass diese Zellen bei hohen Temperaturen weniger Leistung verlieren als konventionelle Zellen. Kommerzielle HJT-Module erreichen Wirkungsgrade von 22 bis 24 Prozent, wobei der Laborrekord für HJT-Zellen bei über 26 Prozent liegt.
Die IBC-Technologie platziert beide elektrischen Kontakte auf der Rückseite der Zelle, wodurch die Vorderseite vollständig für die Lichtabsorption zur Verfügung steht. Diese Architektur ermöglicht die höchsten Wirkungsgrade unter den reinen Siliziumtechnologien. Der Hersteller Maxeon hält mit seiner IBC-Technologie einen der höchsten kommerziellen Modulwirkungsgrade von über 22 Prozent. Allerdings sind IBC-Module aufgrund der aufwändigeren Herstellung teurer.
Dünnschicht-Solarzellen verwenden deutlich weniger Material als kristalline Siliziumzellen. Die wichtigsten Dünnschicht-Technologien sind CdTe, CIGS und amorphes Silizium. CdTe-Module, wie sie von First Solar produziert werden, erreichen Wirkungsgrade von 18 bis 20 Prozent und sind besonders in heißen Klimazonen konkurrenzfähig, da sie einen günstigeren Temperaturkoeffizienten aufweisen.
Perowskit-Solarzellen sind der vielversprechendste Forschungsansatz der letzten Dekade. Diese Zellen verwenden ein spezielles Kristallgitter aus Perowskit-Materialien und haben in nur wenigen Jahren Wirkungsgrade von unter 4 Prozent auf über 26 Prozent im Labor gesteigert. Die Kombination von Perowskit mit Silizium in sogenannten Tandemzellen hat bereits Laborwirkungsgrade von über 33 Prozent erreicht – deutlich mehr als jede reine Siliziumzelle leisten kann.
Im realen Betrieb liegt der Wirkungsgrad einer Solaranlage stets unter dem Nennwirkungsgrad der Zellen. Verschiedene Verlustfaktoren tragen dazu bei: Temperatureinflüsse reduzieren die Leistung bei hohen Temperaturen, Verschmutzung und Verschattung verringern die Lichtausbeute, Wechselrichterverluste entstehen bei der Umwandlung von Gleich- in Wechselstrom, und Leitungsverluste treten in den Kabeln auf. Die Performance Ratio einer gut geplanten Anlage liegt typischerweise bei 80 bis 90 Prozent.
Der Temperaturkoeffizient ist ein oft unterschätzter Faktor. Standardmäßig verlieren Silizium-Solarzellen etwa 0,3 bis 0,4 Prozent ihrer Leistung pro Grad Celsius Temperaturerhöhung über 25 Grad. An einem heißen Sommertag kann die Modultemperatur 60 bis 70 Grad Celsius erreichen, was einen Leistungsverlust von 10 bis 15 Prozent bedeutet. HJT- und CdTe-Module mit niedrigerem Temperaturkoeffizienten haben hier einen klaren Vorteil.
Die Zukunft des Solarzellen-Wirkungsgrads ist vielversprechend. Tandemzellen, die verschiedene Materialien kombinieren, werden in den nächsten Jahren den Sprung in die kommerzielle Produktion schaffen. Langfristig könnten Wirkungsgrade von 30 Prozent und mehr für Standardmodule Realität werden, was die Kosten pro erzeugter Kilowattstunde weiter senken und die Photovoltaik noch wettbewerbsfähiger machen wird.