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Im Fertighausbau ist das integrierte PV- und Speicherkonzept inzwischen Standard – wie die langjährige Partnerschaft von Baufritz und E3/DC zeigt.

Microsoft Katja (Neural, deutsch)
Im modernen Einfamilienhaus verläuft eine stille Verschiebung: Wer heute baut, entscheidet nicht mehr nur zwischen Fassadenmaterial und Grundriss, sondern zunehmend auch über ein vollständiges Energiekonzept. Photovoltaikanlage, Speicher, Wärmepumpe und kontrollierte Lüftung werden bereits in der Vertriebsphase mitgeplant – und sind für viele Kunden längst kein Extra mehr, sondern Teil des Grundpakets. Einer, der diese Entwicklung aus der Praxis eines Fertighausherstellers beobachtet, ist Alexander Fritz, Bereichsleiter Schlüsselfertigbau beim bayerischen Holzhausbauer Baufritz. Sein Fazit: Photovoltaik und Speicher sind im Neubau „absoluter Standard". Fragen dazu kämen von Kunden aktiv in der Vertriebsphase, nicht mehr erst bei der Bemusterung.
Seit 2018 arbeitet Baufritz in der Gebäudetechnik eng mit dem Osnabrücker Hersteller E3/DC zusammen. Wird ein Baufritz-Haus mit PV-Anlage geplant, ist das E3/DC-Hauskraftwerk als zentrale Energieeinheit gesetzt. Nach rund acht Jahren Kooperation hat sich das Modell so weit etabliert, dass es kaum noch als Option, sondern als Teil der Firmenphilosophie verhandelt wird.
Die Entwicklung hat zwei Treiber. Zum einen sind die Rahmenbedingungen für Neubauten in Deutschland in den letzten Jahren deutlich strenger geworden: Effizienzhaus-Standards, Solarpflichten in mehreren Bundesländern und steigende Anforderungen an die Wärmeversorgung haben die Messlatte angehoben. Wer heute ein Einfamilienhaus baut, wird ohnehin nicht mehr um eine PV-Anlage herumkommen – die Frage ist nur, ob sie als Minimallösung umgesetzt wird oder als Teil eines integrierten Energiekonzepts.
Zum anderen hat sich das Kundenverhalten verschoben. „Kunden fragen aktiv danach, bereits in der Vertriebsphase", sagt Fritz. „Neben Architektur interessieren sie sich zunehmend für Energiemanagementsysteme." Was früher eine Entscheidung spät im Bauprozess war, rückt damit nach vorn – in die gleiche Phase, in der über Grundriss und Materialwahl gesprochen wird.
Im Mittelpunkt des Energiekonzepts bei Baufritz steht das Hauskraftwerk von E3/DC – aktuell bevorzugt die Variante Hauskraftwerk one. Das kompakte System verfügt über 12 Kilowatt Wechselrichterleistung und kann flexibel mit einer kleinen Speicherkapazität von etwa 6 Kilowattstunden starten. Erweiterungen in der Speicherkapazität sind möglich, bei sehr großen Wohngebäuden lassen sich zudem zwei Wechselrichter zentral verbinden.
Im Unterschied zu einem reinen Batteriesystem übernimmt das Hauskraftwerk die Steuerung der gesamten Gebäudeversorgung und koppelt PV-Anlage, Batteriespeicher, Haushaltsstrom, Lüftung und Wärmepumpe. Bei einem Netzausfall sorgt der Batteriespeicher zusätzlich für Sicherheit. Der Hintergrund ist ein technischer Paradigmenwechsel: „Ein Speicher hat nicht nur die Aufgabe, Energie zu speichern, sondern sie auch intelligent zu verteilen – Stichwort Sektorenkopplung", sagt Alexander Wollnik, stellvertretender Vertriebsleiter bei E3/DC. „Gerade in Kombination mit Lüftungstechnik und Wärmepumpe ist das entscheidend."
Bemerkenswert an der Partnerschaft ist, wie die PV-Anlage selbst ausgelegt wird. Gesetzliche Solarpflichten setzen in vielen Bundesländern Mindestanforderungen – Baufritz orientiert sich aber nach eigener Darstellung daran, „wie viel Photovoltaik sinnvoll auf ein Gebäude passt", so Fritz. Ziel ist die bestmögliche Konfiguration für den Kunden, nicht die formale Erfüllung einer Quote.
Dieses Vorgehen ist wirtschaftlich und architektonisch anspruchsvoller, zahlt sich aber langfristig aus. Größere PV-Anlagen erhöhen den Eigenverbrauchsanteil, reduzieren die Abhängigkeit vom Netzbezug und eröffnen über einen ausreichend dimensionierten Speicher flexiblere Nutzungsmuster – etwa zum Laden eines E-Fahrzeugs oder zum Betrieb einer Wärmepumpe in den Abendstunden.
Ein eher unterschätzter Aspekt moderner Einfamilienhausplanung: der Platz. Technikräume werden zunehmend kleiner, weil Grundstücke teurer und Grundrisse optimiert werden. Jeder Quadratmeter, der für Technik reserviert werden muss, fehlt im Wohnbereich. „Jeder Quadratmeter zählt", sagt Fritz. „Deshalb war es uns wichtig, eine möglichst platzsparende und flexible Technologie zu wählen."
Das Hauskraftwerk one besteht aus einem wandhängenden Hybridwechselrichter und einem direkt darunter angeordneten Batteriesystem, das bei Bedarf auch räumlich getrennt installiert werden kann. Diese Flexibilität ist im hochwertigen Holzfertigbau ein relevanter Faktor, weil dort die Technikintegration bereits in der Werksplanung erfolgt – und nachträgliche Anpassungen deutlich teurer wären als bei klassisch auf der Baustelle erstellten Häusern.
Acht Jahre Zusammenarbeit sind in der Fertighausbranche eine durchaus lange Bindung – und sie hat Rückwirkungen auf beide Unternehmen. Für Baufritz reduziert die Festlegung auf einen Partner die Komplexität in Planung, Schulung und Service; für E3/DC sichert die Kooperation einen stabilen Absatzkanal in einem Premium-Segment des Wohnungsbaus.
„Wir haben uns bewusst ausschließlich für E3/DC entschieden, weil das System am besten zu uns passt und unsere Werte widerspiegelt", sagt Fritz. Beide Partner betonen die Übereinstimmung der Firmenphilosophien – ein Punkt, der aus Marketing-Sicht wenig überrascht, in der Praxis der Fertighausbranche aber tatsächlich ein relevanter Faktor ist: Wer Holzhäuser in einem definierten Qualitätsstandard in ganz Deutschland und Europa ausliefert, kann sich wechselnde Technikpartner nur schwer leisten.
Der Ansatz von Baufritz und E3/DC steht exemplarisch für eine Entwicklung, die den gesamten hochwertigen Wohnungsneubau prägt. Energiekonzepte werden nicht mehr aus Einzelkomponenten zusammengesetzt, sondern als Gesamtsystem geplant. Das hat Vorteile für Kunden – bessere Abstimmung der Komponenten, weniger Schnittstellenprobleme, klarere Gewährleistung – und Nachteile für Hersteller, deren Produkte nicht in solche integrierten Konzepte passen.
Für die Photovoltaik- und Speicherbranche ergibt sich daraus ein doppelter Befund: Der Einzelkomponentenmarkt bleibt im Bestand wichtig, im Neubau-Segment gewinnen dagegen Hersteller, die sich als Systemanbieter positionieren und langfristige Partnerschaften mit Haus- und Fertigbaufirmen eingehen, messbar an Boden. Das Hauskraftwerk ist damit weniger ein einzelnes Produkt als ein Knotenpunkt im Energiekonzept – und genau das erklärt, warum Baufritz-Kunden die Frage danach kaum noch stellen müssen.