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Energiewende in den Alpen: Drei Tiroler Energieprojekte kämpfen um den Alps Future Award

PV am Gletscher, dekarbonisierter Gründerzeitbau und solar geladene E-LKWs: Diese drei Tiroler Energieprojekte sind für den Alps Future Award 2026 nominiert – verliehen am 23. Juni auf der Zugspitze.

Felix Karg
2 Min Lesezeit
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Microsoft Katja (Neural, deutsch)

Unter dem Leitthema „Energiewende und Energieautonomie im Lebensraum Tirol“ stehen beim Alps Future Award 2026 drei Projekte im Finale, die zeigen, wie konkrete Dekarbonisierung im Alpenraum heute schon funktioniert. Verliehen wird der Preis am 23. Juni 2026 beim dritten AlpenKlimaGipfel auf der Zugspitze. Alle drei Finalisten in der Kategorie Lebensraum Tirol setzen dabei stark auf Photovoltaik – vom denkmalnahen Altbau bis zum Gletscher.

Gründerzeithaus mit 78 Prozent weniger CO₂

Das Wohn- und Geschäftshaus in der Museumstraße 24 in Innsbruck – Baujahr 1911, 19 Wohnungen – wurde von der Tiroler Versicherung bei laufendem Betrieb vollständig dekarbonisiert. Ein Low-Temperature-Loop-System, eine PV-Anlage und eine thermische Sanierung senken den Endenergieverbrauch von 163,6 auf 38,5 kWh pro Quadratmeter und Jahr. Die Investition von 3,2 Millionen Euro erfüllt die Kriterien der EU-Taxonomie, das Projekt wurde mit klimaaktiv Silber ausgezeichnet. Als skalierbares Modell ist es für hunderte Gründerzeitgebäude in Tirol relevant.

HELIOPLANT®: PV-Anlage, die sich selbst schneefrei hält

Am Tiefenbachgletscher in Sölden testet die ehoch2 GmbH ein neuartiges, baumförmiges Photovoltaik-System: Durch gezielte Luftverwirbelungen hält sich HELIOPLANT® dauerhaft selbst schneefrei – ein entscheidender Vorteil im hochalpinen Winter. Seit 2023 läuft eine Testanlage mit 90 kWp. Bis Herbst 2026 soll eine deutlich größere Anlage mit 6,3 MWp folgen, die rund 35 Prozent des Strombedarfs der Bergbahnen Sölden abdecken kann.

E-LKW-Logistik bis über 2.000 Meter

Eurogast Grissemann beliefert als erstes Unternehmen im Alpenraum Tourismusbetriebe mit sieben vollelektrischen LKWs – inklusive elektrischer Kühlung – auch oberhalb von 2.000 Metern Seehöhe. Die Ladeenergie stammt aus einer hauseigenen PV-Anlage mit knapp 2.000 kWp. Drei weitere E-LKWs sollen im Herbst 2026 folgen. Das Projekt zeigt, dass auch schwere Logistik im alpinen Gelände elektrisch und solar versorgt funktioniert.

Wirkung statt Ankündigung

Allen drei Projekten gemeinsam ist, dass sie bereits umgesetzt sind. Genau darauf legt die Jury Wert: „Wir prämieren keine Ideen, sondern Wirkung“, sagt Jury-Vorsitzender Prof. Hubert Siller vom MCI Tourismus. Entscheidend sei, was tatsächlich realisiert wurde und welche Erkenntnisse andere daraus ziehen können.

Die Kategorie Lebensraum Tirol ist eine von zwei Wertungen des Alps Future Award; die zweite würdigt innovative Tourismusangebote am Berg. Getragen wird der Preis von der Lebensraum Tirol Gruppe und dem Tourismusnetzwerk AlpNet, wissenschaftlich begleitet vom MCI Tourismus.

Mehr zu den nominierten Projekten und zum Programm des Gipfels gibt es auf der Website des AlpenKlimaGipfels.