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März 29, 2025Erstes Teilstück des deutschen Wasserstoffkernnetzes in Betrieb genommen
Nowega startet Wasserstofftransport auf 55 Kilometer langer Leitung in Niedersachsen – RWE-Elektrolyseur soll grünen Wasserstoff einspeisen
Der Gasnetzbetreiber Nowega hat in Niedersachsen das erste Teilstück des bundesweiten Wasserstoffkernnetzes in Betrieb genommen. Die rund 55 Kilometer lange Pipeline verbindet Lingen mit Bad Bentheim und wurde jetzt erstmalig mit Wasserstoff befüllt.
Die Leitung basiert zu 95 Prozent auf bestehenden Erdgasleitungen, die für den Transport von Wasserstoff umgerüstet wurden. Finanziert wurde das Vorhaben aus Mitteln der Bundesregierung, des Landes Niedersachsen sowie durch EU-Fördermittel im Rahmen des Programms IPCEI – Important Projects of Common European Interest.
Erste Befüllung mit Wasserstoff erfolgt – Betriebsbereitschaft bis April
„Jetzt befüllen wir das System initial mit Wasserstoff und stellen bis Mitte April die Betriebsbereitschaft her“, erläuterte Dennis Hoeveler, Bereichsleiter Technik bei Nowega. Bei der Erstbefüllung werden etwa 28.500 Kubikmeter Wasserstoff in das Netz eingespeist, zunächst über Trailerlieferungen.
Die Pipeline wird auf einen Betriebsdruck von drei Bar gebracht – anschließend können erste Transporte erfolgen. In Zukunft soll die Leitung Wasserstoff aus dem geplanten 300-Megawatt-Elektrolyseur von RWE Generation in Lingen transportieren. Der Elektrolyseur wird derzeit errichtet und soll noch 2025 grünen Wasserstoff ins Netz einspeisen.
Wichtiger Schritt für den Wasserstoffhochlauf in Niedersachsen
„Eine nachhaltige Wasserstoffwirtschaft gelingt nur, wenn wir die nötigen Leitungen vor Ort umstellen und errichten“, betonte Frank Doods, Staatssekretär im niedersächsischen Wirtschaftsministerium. Der heutige Tag markiere einen entscheidenden Fortschritt beim Aufbau der Wasserstoffinfrastruktur.
Netzausbau in Richtung Süden bereits geplant
In der zweiten Jahreshälfte 2025 soll das Wasserstoffnetz weiter ausgebaut werden. Im Fokus steht das Anschlussstück von Bad Bentheim nach Legden, das sich bereits im Bau befindet. Dieses Segment wird zukünftig den Chemiepark Marl, den Wasserstoffspeicher Epe sowie Importleitungen aus den Niederlanden mit dem Wasserstoffnetz verbinden.
Mit dem schrittweisen Ausbau verfolgt Deutschland das Ziel, bis 2032 ein flächendeckendes Wasserstoffkernnetz bereitzustellen, das Industrie, Speicher und Erzeuger effizient verbindet.
Fazit
Die Inbetriebnahme des ersten Leitungsabschnitts in Niedersachsen ist ein Meilenstein für die deutsche Wasserstoffstrategie. Durch die Umrüstung vorhandener Gasleitungen kann der Aufbau der Infrastruktur kosteneffizient und zügig erfolgen. Mit dem Anschluss an wichtige Industriezentren wie dem Chemiepark Marl wird zudem eine direkte Nutzung grünen Wasserstoffs möglich – ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Klimaneutralität.