Strom in der Tasse: Was Siebträger und Kaffeemaschinen verbrauchen
Kaffeemaschinen gehören zu den unterschätzten Stromverbrauchern im Haushalt und im Büro. Wie viel Siebträger, Vollautomaten und Filtermaschinen brauchen und wie sich der Verbrauch senken lässt.

Microsoft Katja (Neural, deutsch)
Der Morgenkaffee gehört für die meisten Menschen zum Tagesbeginn. Über den Stromverbrauch der Maschine denkt dabei kaum jemand nach. Dabei unterscheiden sich die Geräte erheblich, und gerade bei Siebträgern und Vollautomaten kommt über das Jahr einiges zusammen.
Aufheizen ist der größte Posten
Ein Großteil der Energie fließt nicht in den Kaffee selbst, sondern ins Aufheizen und Warmhalten. Siebträgermaschinen mit großem Kessel brauchen oft eine Viertelstunde und mehr, bis sie betriebsbereit sind, und halten danach die Temperatur. Maschinen mit Thermoblock oder kleinem Kessel sind deutlich schneller und sparsamer, dafür bei mehreren Getränken hintereinander weniger stabil.
Warmhalten und Standby
Läuft eine Siebträgermaschine den ganzen Tag, summiert sich der Verbrauch. Viele moderne Geräte bieten deshalb Zeitschaltungen oder Eco-Modi, die die Maschine nach einer Pause herunterregeln. Bei Filtermaschinen mit Warmhalteplatte lohnt der Umstieg auf eine Thermoskanne: Der Kaffee bleibt warm, ohne dass die Platte dauerhaft heizt und den Kaffee bitter werden lässt.
Handfilter als Sparmodell
Am sparsamsten ist der Handaufguss. Hier wird nur so viel Wasser erhitzt, wie tatsächlich gebraucht wird, idealerweise im Wasserkocher mit Temperaturregelung. Wer wissen will, wie das funktioniert, findet eine Anleitung zum Filterkaffee ohne Maschine.
Die richtige Maschine fürs Büro
Im Büro stellt sich die Frage nach Größe und Auslastung. Eine zu große Maschine für ein kleines Team verbraucht unnötig Energie, eine zu kleine kommt in der Mittagspause nicht hinterher. Spezialisierte Röstereien bieten inzwischen Beratung zum Equipment an, die Bohne, Menge und Arbeitsablauf zusammen betrachtet.
Solarstrom für den Kaffee
Wer eine Photovoltaikanlage hat, kann den Verbrauch zumindest teilweise in die Sonnenstunden legen. Eine Siebträgermaschine, die mittags aufheizt, nutzt eher eigenen Strom als eine, die um sechs Uhr morgens anspringt. Für Cafés und Büros mit eigener Anlage ist das ein kleiner, aber sichtbarer Beitrag.
Kaffeemaschinen sind keine Energiefresser wie Wärmepumpen oder Elektroautos. Doch wer die richtige Maschine wählt und Warmhaltezeiten begrenzt, spart über das Jahr spürbar, ohne auf guten Kaffee zu verzichten.


