Stadion unter Strom: Wie Fußballvereine die Energiewende angehen
Fußballstadien verbrauchen viel Energie, von der Rasenheizung bis zum Flutlicht. Wie Vereine mit Photovoltaik, LED und neuen Konzepten gegensteuern und welche Rolle die Fans spielen.

Microsoft Katja (Neural, deutsch)
Ein Fußballstadion ist an einem Spieltag eine kleine Stadt. Flutlicht, Anzeigetafeln, Gastronomie, Kühlung, Rasenheizung im Winter: Der Energiebedarf ist enorm. Gleichzeitig stehen Profi- und Traditionsvereine unter wachsendem Druck, ihre Klimabilanz zu verbessern. Die Energiewende erreicht die Stadien.
Dächer als Kraftwerke
Viele moderne Arenen haben große Dachflächen, die sich für Photovoltaik eignen. Einige Vereine haben bereits Anlagen installiert, die einen Teil des Eigenbedarfs decken. Der Haken: Der größte Verbrauch fällt oft abends an, wenn Flutlichtspiele laufen. Speicher und Stromverträge mit Erneuerbaren ergänzen deshalb die eigene Erzeugung.
LED statt Halogen
Der schnellste Hebel ist oft das Licht. Moderne LED-Flutlichtanlagen verbrauchen deutlich weniger Energie als ältere Systeme und lassen sich zudem dimmen und für Lichtshows nutzen. Auch im Stadioninneren, in Fluren, Kabinen und Gastronomie, sparen LED-Leuchten erheblich.
Kleine Stadien, große Herausforderungen
Traditionsstadien in Wohnvierteln haben es schwerer. Sie sind oft alt, denkmalgeschützt oder eng bebaut, und die Investitionsmittel sind knapp. Beim TSV 1860 München etwa spielt das Team im traditionsreichen Grünwalder Stadion in Giesing, mitten in einem dicht bebauten Viertel. Hier geht es weniger um große Solardächer als um effiziente Technik und kurze Wege für die Fans.
Die Anreise ist der größte Faktor
Wie bei vielen Großveranstaltungen entfällt der größte Teil der Emissionen eines Spieltags auf die Anreise der Zuschauer. Stadien in der Stadt mit guter Anbindung an U-Bahn und Tram haben hier einen klaren Vorteil gegenüber Arenen am Stadtrand. Wer aus dem Viertel zu Fuß kommt, mit Schal und Mütze aus der Stadion-Kollektion, verursacht praktisch keine Emissionen.
Fans als Teil der Lösung
Vereine binden ihre Anhänger zunehmend in Nachhaltigkeitsstrategien ein, von Mehrwegbechern über Fahrradstellplätze bis zu Kombitickets. Auch beim Merchandising achten Fans stärker auf Qualität und Langlebigkeit. Der Löwenfanshop des TSV 1860 verschickt seine Artikel direkt aus München.
Die Energiewende im Fußball ist kein Selbstläufer, aber sie hat begonnen. Das Stadion der Zukunft erzeugt mehr Energie, verbraucht weniger und bringt seine Fans klimafreundlich ans Ziel.

