Solarparks sind zentrale Bausteine der Energiewende. Erfahren Sie alles über Planung, Genehmigung und Renditeerwartungen von Freiflächenanlagen.
Solarparks sind großflächige Photovoltaikanlagen, die auf Freiflächen errichtet werden und einen bedeutenden Beitrag zur Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien leisten. Mit Leistungen von wenigen Megawatt bis hin zu mehreren hundert Megawatt gehören sie zu den effizientesten Formen der Solarstromerzeugung. In diesem Artikel beleuchten wir alle wesentlichen Aspekte rund um die Planung, Genehmigung und Wirtschaftlichkeit von Solarparks.
Die Standortauswahl ist der erste und entscheidende Schritt bei der Planung eines Solarparks. Geeignete Flächen müssen eine Reihe von Kriterien erfüllen: ausreichende Sonneneinstrahlung, ebene oder leicht geneigte Topografie, gute Netzanbindung und die Verfügbarkeit im baurechtlichen Sinne. Bevorzugt werden Flächen, die nach dem EEG als förderfähig gelten, wie etwa versiegelte Flächen, Konversionsflächen, Flächen entlang von Autobahnen und Schienenwegen oder landwirtschaftlich benachteiligte Gebiete.
Die Genehmigung eines Solarparks erfordert in der Regel die Aufstellung oder Änderung eines Bebauungsplans durch die zuständige Gemeinde. Dieser Prozess umfasst eine Umweltverträglichkeitsprüfung, eine Bauleitplanung mit Bürgerbeteiligung und die Genehmigung durch die Baubehörde. Je nach Standort und Größe der Anlage kann das Genehmigungsverfahren zwischen sechs Monaten und zwei Jahren dauern.
Die technische Planung eines Solarparks umfasst die Auswahl der Modultechnologie, des Montagesystems, der Wechselrichter und der Netzanschlusskomponenten. Moderne Solarparks setzen überwiegend auf bifaziale Module, die Licht von beiden Seiten nutzen können und dadurch einen Mehrertrag von 5 bis 15 Prozent gegenüber konventionellen Modulen erzielen. Die Module werden auf ein- oder zweiachsigen Nachführsystemen montiert, die die Ausrichtung automatisch der Sonnenbahn anpassen.
Die Wechselrichtertechnologie in Solarparks unterscheidet sich deutlich von der in Dachanlagen. Zentralwechselrichter mit Leistungen von 1 bis 4 Megawatt wandeln den Gleichstrom der Module in Wechselstrom um. Alternativ kommen Stringwechselrichter zum Einsatz, die flexibler einsetzbar sind und eine bessere Ausfallsicherheit bieten, da der Ausfall eines einzelnen Wechselrichters nur einen kleinen Teil der Gesamtanlage betrifft.
Die Wirtschaftlichkeit eines Solarparks hängt von verschiedenen Faktoren ab. Die Investitionskosten liegen aktuell bei etwa 500.000 bis 700.000 Euro pro installiertem Megawatt peak. Bei einem Solarpark mit 10 MWp belaufen sich die Gesamtinvestitionen somit auf 5 bis 7 Millionen Euro. Die jährlichen Betriebskosten liegen bei etwa 1 bis 2 Prozent der Investitionskosten und umfassen Wartung, Versicherung, Pacht, Management und Netznutzung.
Die Erlöse eines Solarparks stammen aus dem Verkauf des erzeugten Stroms. Dieser kann über die EEG-Vergütung, Power Purchase Agreements oder den direkten Verkauf an der Strombörse vermarktet werden. Die EEG-Vergütung wird über Ausschreibungen ermittelt, bei denen die Zuschlagswerte zuletzt zwischen 5 und 7 Cent pro Kilowattstunde lagen. PPAs bieten langfristige Preissicherheit und werden zunehmend von Industrieunternehmen nachgefragt, die ihren Strombedarf mit Grünstrom decken möchten.
Ein typischer Solarpark mit 10 MWp erzeugt in Deutschland jährlich etwa 10.000 bis 12.000 Megawattstunden Strom. Bei einem Verkaufspreis von 6 Cent pro Kilowattstunde ergibt dies jährliche Erlöse von 600.000 bis 720.000 Euro. Abzüglich der Betriebskosten verbleibt ein Cashflow, der eine Eigenkapitalrendite von 5 bis 8 Prozent ermöglicht. Die Amortisationszeit liegt bei 8 bis 12 Jahren, während die Lebensdauer der Anlage mindestens 30 Jahre beträgt.
Agri-Photovoltaik ist ein zunehmend interessantes Konzept, bei dem Solarmodule so installiert werden, dass die darunterliegende Fläche weiterhin landwirtschaftlich genutzt werden kann. Hochaufgeständerte Module ermöglichen den Einsatz von landwirtschaftlichen Maschinen, während vertikal aufgestellte bifaziale Module als Zaunelemente fungieren und gleichzeitig Strom erzeugen und das Vieh eingrenzen.
Die Finanzierung von Solarparks erfolgt typischerweise über eine Kombination aus Eigenkapital und Fremdkapital. Die Eigenkapitalquote liegt üblicherweise bei 15 bis 30 Prozent, der Rest wird über Projektfinanzierungen von Banken oder institutionellen Investoren bereitgestellt. Die Zinssätze für Projektfinanzierungen sind aufgrund des geringen Risikoprofils von Solarparks vergleichsweise günstig.
Ökologische Aspekte spielen bei der Planung moderner Solarparks eine wichtige Rolle. Maßnahmen zur Förderung der Biodiversität umfassen die Begrünung der Flächen mit artenreichen Saatgutmischungen, die Anlage von Hecken und Blühstreifen am Rand des Parks sowie den Verzicht auf Pestizide und Düngemittel. Studien zeigen, dass Solarparks bei entsprechender Gestaltung einen positiven Beitrag zur Artenvielfalt leisten können.
Solarparks sind ein unverzichtbarer Baustein der Energiewende und bieten attraktive Investitionsmöglichkeiten. Die Kombination aus bewährter Technologie, sinkenden Kosten und stabilen Ertragsaussichten macht sie zu einer der sichersten Anlagen im Bereich der erneuerbaren Energien.