Die Solarförderung hat sich seit 2022 grundlegend gewandelt. Wir blicken zurück auf die Programme und zeigen, welche aktuellen Förderungen es gibt.
Das Jahr 2022 war ein Wendepunkt für die Förderung von Solaranlagen in Deutschland. Mit dem Jahressteuergesetz 2022 und den Änderungen am Erneuerbare-Energien-Gesetz wurden die Weichen für eine neue Ära der Photovoltaik-Förderung gestellt. In diesem Artikel blicken wir auf die Förderlandschaft des Jahres 2022 zurück und zeigen, wie sich die Situation seitdem entwickelt hat.
Im Jahr 2022 standen Betreibern von Solaranlagen verschiedene Fördermöglichkeiten zur Verfügung. Die wichtigste war die Einspeisevergütung nach dem EEG, die für Anlagen bis 10 kWp bei etwa 6,2 Cent pro Kilowattstunde lag. Für den Eigenverbrauch gab es keine direkte Vergütung, allerdings sparten Betreiber die Stromkosten von damals rund 35 bis 40 Cent pro Kilowattstunde ein, was den Eigenverbrauch deutlich lukrativer machte als die Einspeisung.
Zusätzlich zur Einspeisevergütung gab es im Jahr 2022 die KfW-Förderkredite, insbesondere das Programm 270 „Erneuerbare Energien – Standard". Dieses Programm bot zinsgünstige Darlehen für die Anschaffung von Photovoltaikanlagen, Batteriespeichern und anderen Anlagen zur Nutzung erneuerbarer Energien. Die Kreditkonditionen waren mit Zinssätzen ab etwa 1,0 Prozent und Laufzeiten von bis zu 20 Jahren sehr attraktiv.
Auf Landesebene gab es 2022 zahlreiche zusätzliche Förderprogramme. Besonders hervorzuheben war das Förderprogramm des Landes Nordrhein-Westfalen für Batteriespeicher in Verbindung mit PV-Anlagen, das Zuschüsse von bis zu 1.500 Euro pro Speicher gewährte. Auch Baden-Württemberg, Bayern und andere Bundesländer boten eigene Programme an, die teilweise Zuschüsse für Module, Speicher oder Wallboxen umfassten.
Die entscheidende Änderung kam mit dem Jahressteuergesetz 2022, das zum 1. Januar 2023 in Kraft trat. Mit diesem Gesetz wurde der Umsatzsteuersatz für die Lieferung und Installation von Photovoltaikanlagen auf null Prozent gesenkt. Gleichzeitig wurden die Erträge aus dem Betrieb kleinerer Anlagen rückwirkend ab dem Steuerjahr 2022 von der Einkommensteuer befreit. Diese doppelte Steuerentlastung war ein massiver Impuls für den Solarmarkt.
Im Vergleich zur Fördersituation von 2022 hat sich bis 2025 einiges geändert. Die Einspeisevergütung wurde im Rahmen des EEG 2023 zunächst deutlich angehoben, insbesondere für die Volleinspeisung. Anlagen bis 10 kWp erhielten für Volleinspeisung bis zu 13 Cent pro Kilowattstunde, für Teileinspeisung etwa 8,2 Cent. Diese höheren Vergütungssätze haben die Wirtschaftlichkeit von Solaranlagen deutlich verbessert.
Die KfW-Förderung hat sich ebenfalls weiterentwickelt. Das Programm 270 besteht weiterhin, allerdings sind die Zinskonditionen angesichts des allgemein gestiegenen Zinsniveaus nicht mehr so günstig wie 2022. Dafür gibt es mit dem KfW-Programm 442 ein spezielles Förderprogramm für die Kombination von Photovoltaikanlage, Batteriespeicher und Ladestation für Elektroautos, das Zuschüsse von bis zu 10.200 Euro gewährt.

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Auf kommunaler Ebene haben viele Städte und Gemeinden eigene Förderprogramme aufgelegt. Besonders Balkonkraftwerke werden von zahlreichen Kommunen mit Zuschüssen von 100 bis 500 Euro gefördert. Diese niedrigschwellige Förderung hat maßgeblich zum Boom der Stecker-Solargeräte beigetragen.
Die Entwicklung der Förderung zeigt einen klaren Trend: Weg von komplexen Steuervergünstigungen hin zu einfachen und direkten Fördermechanismen. Die Steuerbefreiung und die vereinfachte Anmeldung haben bürokratische Hürden abgebaut und den Zugang zur Solarenergie für breite Bevölkerungsschichten erleichtert.
Für Interessenten ist es wichtig, die aktuellen Fördermöglichkeiten auf allen Ebenen zu prüfen. Die Förderlandschaft ändert sich dynamisch, und Programme können auslaufen oder neue hinzukommen. Eine Beratung beim lokalen Energieversorger, der Verbraucherzentrale oder einem qualifizierten Solarteur hilft, die optimale Förderstruktur für das eigene Projekt zu identifizieren.
Zusammenfassend hat sich die Förderung von Solaranlagen seit 2022 deutlich verbessert. Die Kombination aus steuerlichen Erleichterungen, Zuschüssen und zinsgünstigen Krediten macht die Investition in eine PV-Anlage heute attraktiver denn je. Wer 2022 gezögert hat, findet heute sogar noch bessere Bedingungen vor.