Die globale Solarenergie-Branche wächst rasant. Wir analysieren die wichtigsten Märkte, Trends und Prognosen für die kommenden Jahre.
Die Solarenergie – international als Solar Energia bekannt – hat sich in wenigen Jahrzehnten von einer Nischentechnologie zum wichtigsten Pfeiler der globalen Energiewende entwickelt. Mit jährlichen Zubauraten von mehreren hundert Gigawatt und stetig sinkenden Kosten ist die Photovoltaik mittlerweile die günstigste Form der Stromerzeugung in vielen Regionen der Welt. In diesem Artikel analysieren wir die globalen Trends und die Zukunftsperspektiven der Solarenergie.
Der weltweite Ausbau der Solarenergie hat im Jahr 2024 neue Rekordwerte erreicht. Weltweit wurden über 400 Gigawatt an neuer Solarkapazität installiert, womit die Gesamtkapazität auf über 2.000 Gigawatt angestiegen ist. China war mit großem Abstand der führende Markt und installierte allein mehr als die Hälfte der weltweiten Kapazität. Aber auch die USA, Indien, Brasilien und die europäischen Länder verzeichneten starkes Wachstum.
In Europa ist Deutschland nach wie vor einer der wichtigsten Solarmärkte. Im Jahr 2024 wurden über 14 Gigawatt an neuer PV-Leistung installiert, was einem Wachstum von über 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Spanien, die Niederlande, Italien und Polen sind weitere bedeutende europäische Märkte, die zusammen für einen erheblichen Teil des europäischen Solarausbaus verantwortlich sind.
Die Kostenentwicklung der Solarenergie ist beeindruckend. Die Stromgestehungskosten für Solarstrom aus Freiflächenanlagen sind in den letzten zehn Jahren um über 80 Prozent gefallen und liegen in vielen Regionen unter 4 Cent pro Kilowattstunde. In besonders sonnenreichen Gebieten wie dem Nahen Osten, Nordafrika oder Australien wurden in Ausschreibungen bereits Preise von unter 2 Cent pro Kilowattstunde erzielt. Diese Preise machen Solarstrom günstiger als jede Form der konventionellen Stromerzeugung.
Die Modulproduktion ist weltweit stark konzentriert. Über 80 Prozent der globalen Modulproduktion findet in China statt, was zu einer erheblichen Abhängigkeit der Solarbranche von chinesischen Lieferanten geführt hat. Die Europäische Union und die USA haben Programme zur Stärkung der heimischen Solarindustrie aufgelegt, um diese Abhängigkeit zu reduzieren. In Europa plant das Programm REPowerEU den Aufbau einer jährlichen Produktionskapazität von 30 Gigawatt für Module bis 2025.
Energiespeicher spielen eine zunehmend wichtige Rolle bei der Integration von Solarenergie in die Stromnetze. Batteriespeicher auf Lithium-Ionen-Basis werden sowohl auf Haushaltsebene als auch in großen Netzverbundspeichern eingesetzt, um die schwankende Solarstromerzeugung auszugleichen. Die Kosten für Batteriespeicher sind in den letzten Jahren ebenfalls drastisch gesunken und machen die Kombination von Solar und Speicher wirtschaftlich immer attraktiver.
Die schwimmende Photovoltaik ist ein innovativer Trend, der weltweit an Bedeutung gewinnt. Solarmodule werden auf schwimmenden Plattformen auf Seen, Stauseen oder Gewässern installiert. Diese Technologie spart wertvolle Landfläche, profitiert von der kühlenden Wirkung des Wassers und reduziert die Verdunstung des Gewässers. Besonders in dicht besiedelten Ländern wie Japan, Südkorea und den Niederlanden werden schwimmende Solaranlagen zunehmend eingesetzt.
In Entwicklungsländern hat die dezentrale Solarenergie das Potenzial, Millionen von Menschen erstmals Zugang zu Elektrizität zu verschaffen. Off-Grid-Solarsysteme – kleine Solaranlagen mit Batteriespeicher, die unabhängig vom Stromnetz arbeiten – versorgen bereits heute Millionen Haushalte in Afrika und Asien mit Strom. Mobile Payment-Lösungen und Pay-as-you-go-Modelle machen diese Systeme auch für Haushalte mit geringem Einkommen erschwinglich.
Die Integration der Solarenergie in andere Sektoren schreitet voran. Solar-Wärme-Systeme nutzen Sonnenstrahlung zur Wärmegewinnung für Gebäude und Industrieprozesse. Solare Wasserstoffproduktion durch Elektrolyse mit Solarstrom könnte langfristig eine klimaneutrale Alternative zu fossilem Wasserstoff bieten. Und die Agri-Photovoltaik kombiniert Stromerzeugung mit Landwirtschaft auf derselben Fläche.
Die politischen Rahmenbedingungen für Solarenergie haben sich weltweit verbessert. Der Inflation Reduction Act in den USA, der European Green Deal, Indiens National Solar Mission und Chinas Fünfjahresplan sehen massive Investitionen in den Solarausbau vor. Internationale Abkommen wie das Pariser Klimaabkommen treiben die Transformation der Energiesysteme zusätzlich voran.
Die Prognosen für die Zukunft der Solarenergie sind optimistisch. Die Internationale Energieagentur erwartet, dass die Solarkapazität bis 2030 auf über 5.000 Gigawatt anwachsen wird. Bis 2050 könnte Solarenergie den größten Anteil am globalen Strommix ausmachen und zusammen mit Windkraft und Speichertechnologie das Rückgrat einer klimaneutralen Energieversorgung bilden.