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Mit einer neuen Photovoltaikanlage auf dem Noviziatshaus reduzieren die Schönstätter Marienschwestern ihren Strombezug deutlich. Zwei weitere Anlagen sind bereits in Vorplanung.

Microsoft Katja (Neural, deutsch)
Das Säkularinstitut der Schönstätter Marienschwestern geht in Vallendar einen wichtigen Schritt in Richtung nachhaltiger Energieversorgung. Angesichts des hohen Energiebedarfs in den zahlreichen Gebäuden am Hauptsitz im Stadtteil Schönstatt trägt seit Ende 2025 der Einsatz erneuerbarer Energien dazu bei, den Strombezug zu senken und einen relevanten Teil des Verbrauchs durch eigene, nachhaltige Erzeugung zu decken.
Den Anstoß für die Photovoltaik-Offensive gab ein Beratungsgespräch im Rahmen des Kommunalen Klimapakts. Im Austausch zwischen der Energie- und Klimaschutzagentur Rheinland-Pfalz und der Verbandsgemeinde Vallendar entstand die Idee, die verschiedenen Schönstatt-Gemeinschaften gezielt zu beraten, die Dachflächen ihrer Gebäude für Photovoltaik zu nutzen. In einigen Schönstatt-Gemeinschaften war dies bereits umgesetzt.
Bei den Schönstätter Marienschwestern führte Alexander Ehl, Referent für Erneuerbare Energien bei der Energieagentur, ab Frühjahr 2025 Beratungsgespräche mit den Verantwortlichen. In diesem Zuge erfolgte eine umfassende Analyse der Strom- und Gasverbräuche, der Gebäudestrukturen sowie der technischen Voraussetzungen vor Ort. Ehl fasst zusammen: „Die Ergebnisse zeigten, dass von den Dachflächen der Gebäude drei besonders für Photovoltaik geeignet sind. Sie weisen ein Leistungspotenzial von rund 100 kWp, 250 kWp und 30 kWp auf. Ziel ist es, diese Flächen systematisch zur Eigenstromerzeugung zu nutzen."
Ein erster Meilenstein ist bereits erreicht: Im Dezember 2025 wurde eine Photovoltaikanlage mit einer Leistung von 99 kWp auf dem Noviziatshaus der Schönstätter Marienschwestern installiert. Die Anlage ist an einen eigenen Transformator angebunden und versorgt neben dem Noviziatshaus drei weitere große Gebäude mit Strom. Dadurch wird ein außergewöhnlich hoher Eigenverbrauchsanteil von rund 97 Prozent erreicht – ein Wert, der im gewerblichen und institutionellen Umfeld nur mit sorgfältiger Auslegung und passender Abnehmerstruktur möglich ist.
Schwester Lieselotte Haller, Generalökonomin der Gemeinschaft, berichtet: „Ich bin erst seit Kurzem hier in Vallendar aktiv, habe aber an meiner vorherigen Wirkungsstätte bereits Erfahrungen mit Photovoltaik und der Zusammenarbeit mit einer Energieagentur gesammelt. Deshalb war ich von Anfang an offen für dieses Thema. Auch meine Mitschwestern waren sehr aufgeschlossen. Im Haushaltsplan war bereits ein Budget für Photovoltaik eingeplant – wir möchten einen grundlegenden Beitrag zum Klima- und Umweltschutz leisten."
Die schnelle Umsetzung innerhalb weniger Monate hat alle Beteiligten überzeugt und den Weg für weitere Projekte geebnet. Aktuell befinden sich zwei weitere Photovoltaikanlagen auf Berg Schönstatt in der Vorplanung. Mittelfristig sollen neben der Eigenstromversorgung auch energetische Sanierungen und die Umstellung von Heizsystemen schrittweise angegangen werden. Denn viele der Gebäude weisen derzeit noch einen hohen Energieverbrauch auf, sodass erhebliche Einsparpotenziale bestehen.
Mit dem begonnenen Transformationsprozess setzt Schönstatt ein Zeichen für Nachhaltigkeit im kirchlichen Kontext und zeigt, wie große Gebäudekomplexe auf erneuerbare Energien umgestellt werden können. Für andere Ordensgemeinschaften, Pfarreien und kirchliche Träger mit vergleichbarem Gebäudebestand liefert das Projekt eine konkrete Blaupause: vom Beratungsgespräch über die Analyse der Dach- und Verbrauchsstruktur bis zur Umsetzung in wenigen Monaten.
Das Beispiel der Schönstätter Marienschwestern zeigt, dass auch historisch gewachsene Liegenschaften mit heterogener Gebäudestruktur kurzfristig zu aktiven Akteuren der Energiewende werden können – wenn eine kompetente Beratung, eine realistische Potenzialanalyse und der politische Wille zusammenkommen. Weitere Informationen zum Kommunalen Klimapakt und zur Beratung für kirchliche und öffentliche Einrichtungen finden sich bei der Energie- und Klimaschutzagentur Rheinland-Pfalz.
_Quelle: Pressemitteilung der Energie- und Klimaschutzagentur Rheinland-Pfalz GmbH, Pressereferentin Sabine Werle. Bildrechte: Energie- und Klimaschutzagentur Rheinland-Pfalz._