Die Förderung von PV-Anlagen hat sich seit 2022 grundlegend verändert. Ein Rückblick auf die Förderprogramme und ihre Auswirkungen auf den Solarmarkt.
Die Förderung von PV-Anlagen im Jahr 2022 war ein Wendepunkt in der deutschen Solarenergiegeschichte. In diesem Jahr wurden mehrere wegweisende Entscheidungen getroffen, die den Photovoltaikmarkt nachhaltig verändert haben und deren Auswirkungen bis heute spürbar sind. Dieser Artikel bietet einen umfassenden Rückblick auf die Förderlandschaft 2022 und analysiert, wie die damaligen Entscheidungen den aktuellen Solarmarkt geprägt haben.
Das Jahr 2022 begann mit der bestehenden Förderstruktur des Erneuerbare-Energien-Gesetzes 2021. Die Einspeisevergütung für neue Anlagen bis 10 kWp lag Anfang 2022 bei etwa 6,83 Cent pro Kilowattstunde und wurde durch die halbjährliche Degression weiter abgesenkt. Gleichzeitig waren die Strompreise infolge der Energiekrise drastisch gestiegen, was die Wirtschaftlichkeit des Eigenverbrauchs stark verbesserte und die Nachfrage nach PV-Anlagen explosionsartig ansteigen ließ.
Der entscheidende Wendepunkt kam mit der Novellierung des EEG, die im Juli 2022 in Kraft trat und als EEG 2023 bekannt wurde. Diese Novelle brachte eine drastische Anhebung der Einspeisevergütung: Für Anlagen bis 10 kWp stieg die Vergütung bei Überschusseinspeisung auf 8,2 Cent und bei Volleinspeisung sogar auf 13,0 Cent pro Kilowattstunde. Dies war das erste Mal seit der Einführung des EEG, dass die Vergütungssätze angehoben statt abgesenkt wurden.
Neben der Einspeisevergütung wurde die Förderung von PV-Anlagen 2022 auch über andere Programme verstärkt. Die KfW-Bank bot im Rahmen des Programms 270 zinsgünstige Kredite für die Finanzierung von Photovoltaikanlagen und Batteriespeichern an. Die Zinssätze lagen deutlich unter den marktüblichen Konditionen und machten die Finanzierung auch ohne Eigenkapital möglich. Die Rückzahlungsfrist betrug bis zu 20 Jahre, mit einer tilgungsfreien Anlaufzeit von bis zu drei Jahren.
Auf Landesebene gab es 2022 zahlreiche zusätzliche Förderprogramme für PV-Anlagen. Besonders hervorzuheben sind die Speicherförderung in Bayern, die bis zu 3.200 Euro Zuschuss für Batteriespeicher bot, sowie das Berliner Programm SolarPlus mit Zuschüssen für Dachgutachten und Steckersolargeräte. Auch Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und weitere Bundesländer hatten eigene Förderprogramme aufgelegt, die die Bundesförderung ergänzten.
Eine der wichtigsten steuerlichen Änderungen im Zusammenhang mit der PV-Anlage-Förderung 2022 war die rückwirkende Einkommensteuerbefreiung. Ab dem Steuerjahr 2022 wurden Einnahmen aus PV-Anlagen bis 30 kWp auf Einfamilienhäusern von der Einkommensteuer befreit. Dies bedeutete eine erhebliche Vereinfachung für Anlagenbesitzer, die zuvor aufwändige Gewinnermittlungen erstellen und Einkünfte aus Gewerbebetrieb versteuern mussten.

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Die steuerliche Behandlung einer PV-Anlage hat sich grundlegend geändert. Alle aktuellen Regelungen zur Steuer bei PV-Anlagen verständlich zusammengefasst.
Die angekündigte Nullprozent-Umsatzsteuer auf PV-Anlagen, die zum 1. Januar 2023 in Kraft trat, hatte bereits im zweiten Halbjahr 2022 Auswirkungen auf den Markt. Viele potenzielle Käufer verzögerten ihre Kaufentscheidung, um von der Umsatzsteuerbefreiung zu profitieren. Gleichzeitig versuchten Installationsbetriebe, noch laufende Aufträge vor dem Jahreswechsel abzuschließen, was zu einer angespannten Auftragslage und langen Wartezeiten führte.
Die Förderung von PV-Anlagen 2022 hatte auch eine wichtige soziale Komponente. Um sicherzustellen, dass auch Mieter und Bewohner von Mehrfamilienhäusern von der Solarenergie profitieren können, wurden die Bedingungen für Mieterstrom und Balkonkraftwerke verbessert. Die Leistungsgrenze für Steckersolargeräte wurde diskutiert und später auf 800 Watt angehoben, was den Zugang zur Solarenergie für Mieter deutlich erleichterte.
Die Auswirkungen der PV-Anlage-Förderung 2022 auf den Markt waren beeindruckend. Die Zahl der neu installierten Anlagen stieg gegenüber dem Vorjahr deutlich an und erreichte einen neuen Rekordwert. Die gesamte in Deutschland installierte Photovoltaikleistung überschritt die Marke von 60 Gigawatt. Die Branche verzeichnete einen enormen Personalbedarf, und die Wartezeiten für die Installation einer PV-Anlage stiegen auf teilweise sechs bis zwölf Monate.
Rückblickend war die Förderung von PV-Anlagen im Jahr 2022 ein Katalysator für den Solarboom in Deutschland. Die Kombination aus erhöhter Einspeisevergütung, steuerlichen Erleichterungen, zinsgünstigen Krediten und hohen Strompreisen schuf ein Umfeld, in dem die Investition in eine Solaranlage so attraktiv war wie nie zuvor. Die damals geschaffenen Rahmenbedingungen wirken bis heute fort und haben die Photovoltaik endgültig als eine der tragenden Säulen der deutschen Energiewende etabliert.
Für Hausbesitzer, die sich heute für eine PV-Anlage interessieren, ist der Rückblick auf 2022 insofern relevant, als viele der damals eingeführten Regelungen weiterhin gelten oder sogar ausgebaut wurden. Die grundsätzliche Förderstruktur mit Einspeisevergütung, KfW-Krediten und steuerlichen Vergünstigungen ist erhalten geblieben, sodass die Investition in eine Solaranlage auch aktuell sehr attraktiv ist.