Photovoltaik im Winter: Ertrag, Schnee und Funktion ohne pralle Sonne
Auch im Winter erzeugt Photovoltaik Strom – allerdings deutlich weniger. Was Kälte, Schnee und bewölkter Himmel mit dem Ertrag machen.

Microsoft Katja (Neural, deutsch)
Eine häufige Frage vor dem Anlagenkauf lautet: Funktioniert Photovoltaik auch im Winter und bei bedecktem Himmel? Die kurze Antwort: ja – mit deutlich geringerem, aber keineswegs verschwindendem Ertrag.
Strom auch ohne direkte Sonne
Solarmodule benötigen keine direkte Sonneneinstrahlung, sondern Licht. Auch bei bewölktem Himmel trifft diffuses Tageslicht auf die Module und erzeugt Strom. An einem trüben Wintertag kann der Ertrag jedoch auf einen Bruchteil eines sonnigen Sommertags sinken. Völlige Dunkelheit oder Nacht liefert keinen Strom – „ohne Sonne" im Sinne von „ohne Tageslicht" funktioniert Photovoltaik also nicht.
Wie viel liefert die Anlage im Winter?
Über das Jahr verteilt sich der Ertrag in Deutschland sehr ungleich. Der Löwenanteil entfällt auf die Monate von etwa März bis Oktober. Die Wintermonate Dezember und Januar tragen oft nur einen kleinen einstelligen Prozentanteil zum Jahresertrag bei. Tiefer Sonnenstand, kurze Tage und häufige Bewölkung sind die Ursache.
Für die Auslegung heißt das: Eine Anlage wird auf den Jahresertrag und den Eigenverbrauch ausgelegt, nicht auf den Dezember. Wer im Winter autark sein möchte, bräuchte eine sehr große Anlage und einen großen Speicher – das ist meist unwirtschaftlich. Der Netzbezug in der dunklen Jahreszeit ist normal und eingeplant.
Kälte ist sogar von Vorteil
Ein verbreiteter Irrtum ist, dass Kälte schlecht für Solarmodule sei. Das Gegenteil ist der Fall: Module arbeiten bei niedrigen Temperaturen effizienter als bei Hitze, weil der Wirkungsgrad kristalliner Zellen mit steigender Temperatur sinkt. Ein klarer, kalter Wintertag mit tiefem Sonnenstand kann daher überraschend gute Momentanleistung bringen.
Schnee auf den Modulen
Liegt Schnee auf den Modulen, fällt der Ertrag bis zum Abrutschen oder Abtauen aus. Dank der glatten Glasoberfläche und der üblichen Dachneigung rutscht Schnee oft von selbst ab, sobald die Sonne durchkommt. Eigenmächtiges Abkehren ist riskant und kann die Oberfläche beschädigen – meist lohnt sich der Aufwand wegen der ohnehin geringen Wintererträge nicht.
Fazit für die Praxis
Photovoltaik liefert auch im Winter und bei Wolken Strom, nur eben weniger. Entscheidend ist die Jahresbilanz: Die ertragreichen Sommermonate gleichen die schwachen Wintermonate aus. Wer das einkalkuliert, erlebt im Winter keine böse Überraschung. Weitere Hintergründe finden Sie auf SolarAktuell.

