Photovoltaik Förderung 2022: KfW-Kredite, EEG-Vergütung, Landes- und Kommunalförderungen. Welche Zuschüsse standen Solaranlagen-Käufern zur Verfügung?
Die Photovoltaik Förderung im Jahr 2022 stand im Zeichen des Umbruchs. Mit dem Osterpaket der Bundesregierung und der EEG-Novelle 2023 wurden die Weichen für einen beschleunigten Ausbau der Solarenergie gestellt. Gleichzeitig sorgten die stark gestiegenen Energiepreise für ein enormes Interesse an der eigenen Stromerzeugung. Dieser Artikel gibt einen umfassenden Überblick über alle Förderprogramme und Zuschüsse, die im Jahr 2022 für die Installation von Photovoltaikanlagen zur Verfügung standen.
Die Einspeisevergütung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz war auch 2022 das zentrale Förderinstrument für Photovoltaikanlagen. Allerdings hatte die kontinuierliche Degression der Vergütungssätze in den Vorjahren dazu geführt, dass die Vergütung Anfang 2022 auf einem historischen Tiefstand angelangt war. Für Anlagen bis 10 Kilowatt peak lag die Vergütung zu Jahresbeginn bei lediglich 6,83 Cent pro Kilowattstunde und sank im Laufe des ersten Halbjahres weiter auf 6,24 Cent. Diese niedrigen Sätze reichten kaum noch aus, um die Investitionskosten innerhalb der 20-jährigen Vergütungsdauer zu amortisieren.
Das im Juli 2022 verabschiedete EEG 2023 brachte eine dramatische Kehrtwende. Die Einspeisevergütung wurde mit Wirkung ab 30. Juli 2022 deutlich angehoben. Für Anlagen bis 10 Kilowatt peak stieg die Vergütung bei Überschusseinspeisung auf 8,2 Cent und bei Volleinspeisung auf 13,0 Cent pro Kilowattstunde. Zudem wurde die monatliche Degression bis Anfang 2024 ausgesetzt, was Planungssicherheit für Investoren schuf. Die Möglichkeit, zwischen Überschusseinspeisung und Volleinspeisung zu wählen, bot zusätzliche Flexibilität.
Das KfW-Programm 270 war das wichtigste Finanzierungsinstrument für Photovoltaikanlagen im Jahr 2022. Es bot zinsgünstige Kredite für die Errichtung und Erweiterung von Anlagen zur Nutzung erneuerbarer Energien. Die Kreditbeträge reichten von 5.000 bis 50 Millionen Euro, wobei die Laufzeiten zwischen 5 und 20 Jahren gewählt werden konnten. Besonders attraktiv war die Option, in den ersten ein bis drei Jahren nur Zinsen und keine Tilgung zu zahlen, was die anfängliche finanzielle Belastung reduzierte.
Im September 2022 wurde zudem das KfW-Programm 442 aufgelegt, das die Kombination von Photovoltaikanlage, Batteriespeicher und Ladestation für Elektrofahrzeuge förderte. Dieses Programm bot einen direkten Zuschuss von bis zu 10.200 Euro und war so populär, dass die Fördermittel innerhalb weniger Stunden nach der Freischaltung vergeben waren. Der enorme Andrang zeigte das große Interesse der Bevölkerung an ganzheitlichen Energielösungen und führte dazu, dass das Programm später mit zusätzlichen Mitteln aufgestockt wurde.
Die Bundesförderung für effiziente Gebäude bot 2022 ebenfalls Möglichkeiten zur Förderung von Photovoltaikanlagen, allerdings nur im Rahmen einer umfassenden Gebäudesanierung. Wer sein Haus energetisch sanierte und dabei auch eine Photovoltaikanlage installierte, konnte die Kosten im Rahmen der BEG-Förderung geltend machen. Die Fördersätze und Bedingungen waren jedoch komplex und erforderten in der Regel eine professionelle Energieberatung.

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Auf Landesebene gab es 2022 eine Vielzahl von Förderprogrammen, die die Bundesförderung ergänzten. Nordrhein-Westfalen förderte über das Programm progres.nrw stationäre Batteriespeicher in Verbindung mit einer neuen Photovoltaikanlage mit einem Zuschuss von 150 Euro pro Kilowattstunde nutzbare Speicherkapazität. Schleswig-Holstein bot über das Programm Klimaschutz für Bürgerinnen und Bürger Zuschüsse für Batteriespeicher in Höhe von bis zu 3.200 Euro.
Thüringen förderte Photovoltaikanlagen über das Programm Solar Invest mit Zuschüssen für die Anschaffung von Batteriespeichern und die Installation von Photovoltaikanlagen auf Nichtwohngebäuden. Sachsen bot über die SAB Förderkredite für Photovoltaikanlagen an, und Rheinland-Pfalz unterstützte die Installation von Solaranlagen über das Programm Solar-Speicher-Programm mit direkten Zuschüssen für die Speicherkomponente.
Die kommunale Förderung war 2022 äußerst vielfältig und regional sehr unterschiedlich. Große Städte wie München, Hamburg, Berlin und Köln boten eigene Förderprogramme an, die teilweise sehr großzügig ausgestattet waren. Die Förderung reichte von direkten Zuschüssen über vergünstigte Kredite bis hin zu kostenlosen Beratungsangeboten. Die Bedingungen und Förderhöhen variierten stark, weshalb eine individuelle Recherche für den jeweiligen Standort unerlässlich war.
Ein besonderer Aspekt der Photovoltaik Förderung 2022 war die steuerliche Behandlung. Im Laufe des Jahres wurde intensiv über steuerliche Erleichterungen für Photovoltaikanlagen diskutiert. Das im Dezember 2022 verabschiedete Jahressteuergesetz brachte schließlich die Mehrwertsteuerbefreiung und die Einkommensteuerbefreiung für kleine Photovoltaikanlagen ab 2023. Obwohl diese Regelungen erst ab 2023 galten, beeinflussten sie bereits die Kaufentscheidungen im zweiten Halbjahr 2022, da viele Käufer die Lieferung und Installation ihrer Anlage auf Anfang 2023 verschoben, um von der Mehrwertsteuerbefreiung zu profitieren.
Für gewerbliche Photovoltaikanlagen bot das Jahr 2022 ebenfalls attraktive Fördermöglichkeiten. Investitionsabzugsbeträge und Sonderabschreibungen ermöglichten es Unternehmen, die steuerliche Belastung zu reduzieren. Der Investitionsabzugsbetrag erlaubte es, bis zu 50 Prozent der geplanten Investitionskosten bereits vor der Anschaffung steuerlich geltend zu machen, was einen Liquiditätsvorteil bot. Die Sonderabschreibung ermöglichte zusätzliche Abschreibungen von 20 Prozent in den ersten fünf Jahren nach der Anschaffung.
Abschließend bleibt festzuhalten, dass die Photovoltaik Förderung 2022 einen historischen Wendepunkt markierte. Die Kombination aus erhöhter Einspeisevergütung, zinsgünstigen KfW-Krediten, direkten Zuschüssen und den angekündigten steuerlichen Erleichterungen schuf ein Förderumfeld, das die Investition in eine Photovoltaikanlage so attraktiv machte wie nie zuvor. Die Auswirkungen dieser Förderpolitik sind bis heute spürbar und haben maßgeblich zum aktuellen Solarboom in Deutschland beigetragen.