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Ohne Mathe keine Energiewende: Wo der Solar-Nachwuchs entsteht

Photovoltaik, Speicher und Wärmepumpen brauchen Menschen, die Strom und Leistung verstehen. Warum Mathematik und Physik in der Schule über den Fachkräftenachwuchs entscheiden.

Ohne Mathe keine Energiewende: Wo der Solar-Nachwuchs entsteht
Miriam Sauer
2 Min. Lesezeit
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Microsoft Katja (Neural, deutsch)

Wer mit Solarbetrieben über ihre größten Sorgen spricht, hört selten zuerst etwas über Modulpreise oder Lieferzeiten. Meist geht es um Personal. Anlagen planen, montieren und ans Netz bringen können nur Fachleute, und die sind knapp. Weniger beachtet wird, wo dieser Engpass beginnt: lange vor der Ausbildung, im Mathematik- und Physikunterricht.

Die Berufe hinter der Anlage

Eine Photovoltaikanlage auf dem Einfamilienhaus beschäftigt mehrere Gewerke. Elektronikerinnen und Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik verantworten Wechselrichter, Zählerschrank und Netzanschluss. Beim Speicher und bei der Kopplung mit der Wärmepumpe kommen Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik hinzu. Beide Ausbildungen dauern dreieinhalb Jahre, und beide setzen voraus, dass Auszubildende mit Formeln umgehen können.

Was im Betrieb wirklich gerechnet wird

Das Handwerk rechnet mehr, als viele Schulabgänger erwarten. Leistung aus Spannung und Stromstärke, Leitungsquerschnitte nach Länge und Last, Spannungsfall, Ertragsabschätzungen nach Ausrichtung und Neigung: Das ist angewandte Mathematik und Physik der Mittelstufe. Wer beim Umstellen von Formeln oder bei Prozentrechnung unsicher ist, tut sich in der Berufsschule schwer. Ausbildungsbetriebe berichten seit Jahren, dass gerade hier die Abbrüche beginnen.

Lücken früh schließen

Die gute Nachricht: Diese Lücken sind meist überschaubar und lassen sich gezielt aufarbeiten, wenn man früh ansetzt. Gezielte Physik-Nachhilfe hilft, Begriffe wie Energie, Leistung und Wirkungsgrad nicht nur auswendig zu lernen, sondern zu verstehen. Wie eng Mathematik und Physik dabei zusammenhängen, beschreibt ein Ratgeber zu Mathe und Physik der Frankfurter Nachhilfe Wow: Wer die Rechenwege sicher beherrscht, hat in Physik plötzlich deutlich weniger Probleme.

Der Abschluss als Eintrittskarte

Für viele Ausbildungsplätze im Elektrohandwerk erwarten Betriebe mindestens einen mittleren Schulabschluss. In Nordrhein-Westfalen entscheiden darüber die zentralen Prüfungen am Ende von Klasse 10. Eine gezielte Vorbereitung auf die ZP10, wie sie etwa für Schülerinnen und Schüler in Hagen angeboten wird, kann den Unterschied machen, ob sich jemand mit einem soliden Zeugnis bewirbt oder mit einer Vier in Mathe.

Was die Branche tun kann

Betriebe, die auf Nachwuchs angewiesen sind, können mehr tun als Stellen auszuschreiben. Schulpraktika, in denen Jugendliche einen Ertrag selbst ausrechnen, machen den Nutzen von Mathematik sichtbar. Manche Unternehmen unterstützen ihre Azubis gezielt bei Lernlücken, bevor die Zwischenprüfung zum Problem wird.

Die Energiewende wird auf Dächern und in Heizungskellern umgesetzt. Ob genug Menschen da sind, die das können, entscheidet sich aber schon Jahre vorher im Klassenzimmer.

Themen:Wirtschaft
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