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Neue EU-Vorgaben zur Nachhaltigkeitskommunikation: Risiken für Unternehmen

Eine aktuelle Studie zeigt, dass 51% der Unternehmen mit Nachhaltigkeitsclaims gegen grundlegende Vorgaben verstoßen. Ab 2026 müssen diese Vorgaben in deutsches Recht integriert werden, was erhebliche Auswirkungen auf die Solar- und Energiewirtschaft haben könnte. Unternehmen sind gefordert, ihre Marketingstrategien zu überdenken und klare, belegbare Aussagen zu treffen.

Neue EU-Vorgaben zur Nachhaltigkeitskommunikation: Risiken für Unternehmen
Felix Karg
3 Min. Lesezeit
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Microsoft Katja (Neural, deutsch)

In der aktuellen Diskussion um Nachhaltigkeit und Greenwashing wird ein neuer Bericht von WORTLIGA und media4nature zur Aufklärung beitragen. Nach Angaben der Studie verletzen 51 Prozent der Unternehmen mit eigenen Nachhaltigkeitsclaims grundlegende Vorgaben zur Nachhaltigkeitskommunikation. Diese Erkenntnisse sind besonders relevant, da ab dem 27. September 2026 die Vorgaben der EU-EmpCo-Richtlinie in deutsches Recht überführt werden. Dies könnte weitreichende Konsequenzen für Unternehmen in der Solar- und Energiesektor haben, da Marketingstrategien neu ausgerichtet werden müssen, um rechtlichen Problemen vorzubeugen.

Die Studie, die 476 Webseiten von 345 Firmen überprüfte, zeigt, dass die häufigsten Verstöße gegen die neuen Richtlinien auf pauschale Begriffe wie „grün“ ohne entsprechende Belege zurückzuführen sind. Solche vagen Aussagen könnten als irreführend angesehen werden und eine rechtliche Fallstrick darstellen, vor allem wenn sie ohne konkrete Nachweise in der Nähe der betreffenden Aussage platziert werden. Zudem wurden zahlreiche Vergleiche ohne Basisjahr festgestellt, was die Transparenz und Nachvollziehbarkeit der Aussagen in Frage stellt. Diese Mängel sind nicht nur ein Stilproblem, sondern ab dem Stichtag ein rechtliches Risiko für viele Unternehmen.

Für Unternehmen, die im Bereich der erneuerbaren Energien und insbesondere in der Solarbranche tätig sind, ist die Einhaltung dieser neuen Vorgaben entscheidend. Die Notwendigkeit, klare, nachvollziehbare und belegbare Aussagen zu machen, könnte zu einer grundlegenden Neubewertung der Marketingstrategien führen. Unternehmen müssen ihre Kommunikationspraktiken überdenken und sicherstellen, dass ihre Nachhaltigkeitsbehauptungen transparent und verständlich sind. Das bedeutet auch, dass die Belege für solche Aussagen am Ort der Behauptung platziert werden müssen. Dies könnte nicht nur das Risiko von rechtlichen Auseinandersetzungen minimieren, sondern auch das Vertrauen der Verbraucher in die Marke stärken.

Die Herausforderung besteht darin, dass viele Unternehmen bislang in der Wahrnehmung leben, dass sie mit ihren grünen Claims gut dastehen. Der Bericht weist darauf hin, dass fast die Hälfte der Unternehmen, die sich an nachhaltigen Standards orientieren, bereits beispielhaft zeigen, wie dies ohne Greenwashing möglich ist. Diese Erkenntnis sollte als Ansporn für die gesamte Branche betrachtet werden. Gerade im Bereich der erneuerbaren Energien, wo Glaubwürdigkeit und Vertrauen eine zentrale Rolle spielen, könnte die Einhaltung der neuen Normen nicht nur rechtliche Vorteile bringen, sondern auch einen Wettbewerbsvorteil darstellen.

Die Ergebnisse dieser Studie sind ein klarer Weckruf für die Marketingabteilungen in der gesamten Branche. Die Notwendigkeit, Nachhaltigkeit ernst zu nehmen und nicht nur als Marketinginstrument zu missbrauchen, ist drängender denn je. Die bevorstehenden gesetzlichen Änderungen machen es unerlässlich, dass Unternehmen sich auf die neuen Realitäten einstellen. Der Fokus muss auf Transparenz, Offenheit und Klarheit gelegt werden, um das Vertrauen der Verbraucher zu gewinnen und zu erhalten.

Insgesamt zeigt die WORTLIGA-Studie, dass ein Umdenken in der Branche notwendig ist, um den neuen gesetzlichen Anforderungen gerecht zu werden und Greenwashing zu vermeiden. Unternehmen, die sich frühzeitig mit den neuen Anforderungen vertraut machen und ihre Kommunikationsstrategien anpassen, können nicht nur rechtliche Probleme vermeiden, sondern auch aktiv zur Förderung einer nachhaltigeren Wirtschaft beitragen. In einer Zeit, in der der Klimawandel zunehmend in den Fokus rückt, ist es wichtiger denn je, dass die Branche mit glaubwürdigen und transparenten Botschaften aufwartet.

Quelle: Mitteilung von wortliga.de