Der Geflügelverarbeiter Mantos International Food aus Eisenach realisiert mit MAXX SOLAR & ENERGIE und STABL Energy eine 802-kWp-PV-Anlage mit 1.233-kWh-Batteriespeicher. Die Lastspitzen sinken von 790 auf 340 kW, die jährlichen Stromkosten um über 250.000 Euro.

Der familiengeführte Geflügelverarbeiter Mantos International Food aus Eisenach in Thüringen setzt ein deutliches Zeichen für die Energiewende in der Lebensmittelindustrie. In Zusammenarbeit mit dem regionalen Installationspartner MAXX SOLAR & ENERGIE und dem Batteriespeicher-Spezialisten STABL Energy hat das Unternehmen eine umfassende Energielösung realisiert, die Photovoltaik, Batteriespeicher und intelligentes Energiemanagement vereint. Das Ergebnis: eine Senkung der jährlichen Stromkosten um rund 25 Prozent – perspektivisch sogar über 35 Prozent.
Mantos International Food entwickelt, produziert und vermarktet rund 95 Prozent seiner Geflügel-Convenience-Produkte unter Privatlabel für den Einzel- und Großhandel sowie den Foodservice. Am architektonisch ausgezeichneten Firmensitz in Eisenach betreibt das Unternehmen seit 2011 eine hocheffiziente, kontinuierlich laufende Produktionslinie. Die energieintensiven Prozesse – insbesondere die Kühlketten für die Produkte – erfordern ein präzises Energiemanagement, das nun durch die neue Anlage auf ein neues Niveau gehoben wurde.
Im Zentrum des Projekts steht eine 802-kWp-Photovoltaikanlage, die in Kombination mit einem leistungsstarken Batteriespeichersystem von STABL Energy betrieben wird. Der Speicher verfügt über eine nutzbare Kapazität von 1.233 kWh und wurde speziell für den Multi-Use-Betrieb konzipiert: Er dient sowohl der Lastspitzenreduktion als auch der Eigenverbrauchsoptimierung des erzeugten Solarstroms.
Die Lastspitzenreduktion war das primäre Projektziel. In der Netzregion der EVB Netze GmbH treten die sogenannten Hochlastzeitfenster der atypischen Netznutzung im Herbst (1. September bis 30. November) und im Winter (1. Dezember bis 28. Februar) auf. Diese Zeitfenster sind maßgeblich für die Höhe der Netzentgelte. Das installierte Batteriespeichersystem reduziert die maximale Lastspitze des Produktionsstandorts von ursprünglich 790 kW auf nur noch 340 kW – eine Reduktion um mehr als die Hälfte. Insbesondere in den Sommermonaten, wenn die Kühlketten Höchstleistung fordern, entfaltet das System seine volle Wirkung. Durch die Kappung der Lastspitzen spart Mantos International Food rund 80.000 Euro an Netzentgelten pro Jahr ein.
„Wir wollten die Lastspitzen in der Produktion deutlich reduzieren und gleichzeitig den Eigenverbrauch unserer Photovoltaikanlage erhöhen. Besonders wichtig war uns eine Lösung, die heute wirkt und morgen erweiterbar ist“, erklärt Ralf Weber, Geschäftsführer von Mantos International Food. „Durch die intelligente Kombination aus Batteriespeicher, Photovoltaik und Energiemanagement ist unser Standort optimal auf zukünftige Anforderungen wie zeitvariable Stromtarife vorbereitet.“
Ergänzend zur Lastspitzenkappung erhöht der Batteriespeicher den Eigenverbrauch des Solarstroms auf nahezu 100 Prozent. Das bedeutet: Praktisch jede Kilowattstunde, die auf dem Dach erzeugt wird, fließt direkt in die Produktion oder wird zwischengespeichert – anstatt zu niedrigen Vergütungssätzen ins Netz eingespeist zu werden. Insgesamt ermöglicht die Kombination aus PV-Anlage und Speicher jährliche Einsparungen von über 250.000 Euro.

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Gesteuert wird das Gesamtsystem durch ein Energiemanagementsystem (EMS) von Wendeware. Es koordiniert die verschiedenen Anwendungsfälle – von der Lastspitzenreduktion über die Eigenverbrauchsoptimierung bis hin zum Multi-Use-Betrieb des Speichers. Das EMS integriert alle Komponenten nahtlos und sorgt dafür, dass der Speicher je nach aktueller Situation automatisch die wirtschaftlich sinnvollste Betriebsstrategie wählt.
Die Batteriespeichertechnologie von STABL Energy zeichnet sich durch einen besonderen Aufbau aus: Die einzelnen Batteriemodule sind unabhängig voneinander und dynamisch miteinander verschaltet. Dieser Ansatz garantiert eine nahezu vollständige Verfügbarkeit des Systems, da der Ausfall einzelner Module den Gesamtbetrieb nicht beeinträchtigt. Zudem können Module unterschiedlichen Zustands in einem Speicher verbaut werden – ein Vorteil, der die Lebensdauer und Wirtschaftlichkeit des Systems deutlich erhöht.
„Unser Ziel war es, Mantos eine Lösung zu bieten, die sich nicht nur ökologisch, sondern auch wirtschaftlich rechnet. Wir zeigen, dass Unternehmen in Thüringen mit intelligenter Speichertechnik ihre Energieversorgung selbst in die Hand nehmen können“, sagt Tim Suchomel, Geschäftsführer von MAXX SOLAR & ENERGIE. Das Unternehmen aus Thüringen blickt auf über 17 Jahre Erfahrung und mehr als 6.300 realisierte Projekte zurück.
Bastian Hutter, Projektmanager bei STABL Energy, ergänzt: „Mit dem Projekt stärkt Mantos International Food die Energieeffizienz seines Produktionsstandorts und schafft die Grundlage für eine langfristig wirtschaftliche und flexible Energieversorgung. Eine partnerschaftliche Herangehensweise zeigt, wie regionale Partnerschaften leistungsfähige und zukunftssichere Energiekonzepte für energieintensive Produktionsbetriebe ermöglichen.“
Das Projekt in Eisenach ist ein Musterbeispiel dafür, wie produzierende Unternehmen die steigenden Energiekosten aktiv senken können. Die Kombination aus Photovoltaik, Batteriespeicher und intelligentem Energiemanagement schafft nicht nur kurzfristige Einsparungen, sondern bereitet den Standort auch auf zukünftige Entwicklungen wie dynamische Stromtarife und steigende Anforderungen an die Energieeffizienz vor. Für andere mittelständische Produktionsbetriebe mit hohem Energiebedarf könnte das Konzept als Blaupause dienen.