Die Kombination von Luftwärmepumpe mit Photovoltaik senkt Heizkosten drastisch. Erfahren Sie alles über Planung, Dimensionierung und Wirtschaftlichkeit.
Die Kombination einer Luftwärmepumpe mit Photovoltaik ist eine der effizientesten Strategien, um Heizkosten zu senken und den ökologischen Fußabdruck eines Gebäudes zu minimieren. Beide Technologien ergänzen sich optimal: Die PV-Anlage liefert den Strom, den die Wärmepumpe benötigt, um aus Umgebungsluft behagliche Raumwärme zu erzeugen. In diesem ausführlichen Artikel erfahren Sie alles, was Sie über diese zukunftsweisende Kombination wissen müssen.
Das Funktionsprinzip ist bestechend einfach: Eine Luftwärmepumpe entzieht der Außenluft Wärme und gibt diese auf einem höheren Temperaturniveau an das Heizsystem des Gebäudes ab. Für diesen Prozess benötigt sie elektrische Energie, die im Idealfall von der hauseigenen Photovoltaikanlage geliefert wird. Der Clou dabei: Aus einer Kilowattstunde Strom erzeugt die Wärmepumpe drei bis fünf Kilowattstunden Wärme. Wenn dieser Strom von der PV-Anlage kommt, wird die Wärme praktisch kostenlos erzeugt.
Die Leistungszahl einer Luftwärmepumpe, ausgedrückt als COP (Coefficient of Performance), variiert je nach Außentemperatur. Bei milden Temperaturen um 7 Grad Celsius erreichen moderne Geräte COP-Werte von 4 bis 5. Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt sinkt der COP auf etwa 3, und bei sehr kalten Temperaturen unter minus 10 Grad auf etwa 2 bis 2,5. Die Jahresarbeitszahl (JAZ), die den Durchschnittswert über das gesamte Jahr angibt, liegt bei modernen Luftwärmepumpen typischerweise zwischen 3,0 und 4,0.
Für die optimale Dimensionierung der Luftwärmepumpe mit Photovoltaik müssen beide Systeme aufeinander abgestimmt werden. Die Heizlast des Gebäudes bestimmt die erforderliche Leistung der Wärmepumpe. Bei einem gut gedämmten Einfamilienhaus liegt der Heizwärmebedarf bei etwa 50 bis 80 kWh pro Quadratmeter und Jahr. Für eine Wohnfläche von 150 Quadratmetern ergibt sich ein Heizwärmebedarf von 7.500 bis 12.000 kWh, was bei einer JAZ von 3,5 einem Stromverbrauch der Wärmepumpe von 2.100 bis 3.400 kWh entspricht.
Die PV-Anlage sollte so dimensioniert werden, dass sie möglichst viel des Wärmepumpenstroms selbst erzeugen kann. Eine Anlage mit 10 kWp produziert in Deutschland etwa 9.000 bis 10.000 kWh pro Jahr. Davon können je nach Jahreszeit und Gleichzeitigkeit von Erzeugung und Verbrauch etwa 30 bis 50 Prozent direkt für die Wärmepumpe genutzt werden. Ein Batteriespeicher kann diesen Anteil weiter erhöhen, indem er tagsüber erzeugten Solarstrom für den abendlichen oder nächtlichen Wärmepumpenbetrieb zwischenspeichert.
Ein intelligentes Energiemanagementsystem ist der Schlüssel zur optimalen Zusammenarbeit von Luftwärmepumpe und Photovoltaik. Es überwacht die aktuelle Solarproduktion, den Ladezustand des Batteriespeichers und den Wärmebedarf des Gebäudes und steuert die Wärmepumpe so, dass sie bevorzugt dann läuft, wenn Solarstrom verfügbar ist. Viele moderne Wärmepumpen verfügen über einen SG-Ready-Eingang, über den sie ein Signal vom Energiemanagementsystem empfangen können.

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Die Wirtschaftlichkeit der Kombination Luftwärmepumpe mit Photovoltaik ist beeindruckend. Im Vergleich zu einer Gasheizung mit einem Brennstoffpreis von 10 Cent pro kWh liegen die Heizkosten einer Wärmepumpe mit Netzstrom bei einer JAZ von 3,5 und einem Strompreis von 35 Cent pro kWh bei 10 Cent pro kWh Wärme – also etwa gleichauf. Wird jedoch ein erheblicher Teil des Stroms von der eigenen PV-Anlage erzeugt, sinken die Wärmekosten auf 3 bis 5 Cent pro kWh, was einer Halbierung gegenüber der Gasheizung entspricht.
Die Investitionskosten für eine Luftwärmepumpe liegen inklusive Installation bei 12.000 bis 20.000 Euro, je nach Leistungsklasse und Hersteller. Eine PV-Anlage mit 10 kWp und Batteriespeicher kostet zwischen 15.000 und 22.000 Euro. Die Gesamtinvestition von 27.000 bis 42.000 Euro wird durch Förderprogramme des Bundes und der Länder erheblich reduziert. Die Förderung für Wärmepumpen beträgt über die BEG mindestens 30 Prozent der Investitionskosten, mit verschiedenen Boni sogar bis zu 70 Prozent.
Bei der Installation sollte auf eine fachgerechte Aufstellung der Außeneinheit der Wärmepumpe geachtet werden. Der Schallpegel moderner Geräte liegt zwar nur bei 40 bis 55 Dezibel, dennoch sollten die Abstände zu Nachbargrundstücken eingehalten werden. Die PV-Anlage und der Batteriespeicher sollten von einem zertifizierten Fachbetrieb installiert werden, der auch die Einrichtung des Energiemanagementsystems übernimmt.
Zusammenfassend ist die Kombination von Luftwärmepumpe mit Photovoltaik eine der zukunftsfähigsten Heizlösungen auf dem Markt. Sie verbindet niedrige Betriebskosten mit einem minimalen ökologischen Fußabdruck und macht Hausbesitzer weitgehend unabhängig von fossilen Energieträgern und steigenden Energiepreisen.