Solarthermische Kollektoren wandeln Sonnenlicht in Wärme um. Wir vergleichen Flachkollektoren, Röhrenkollektoren und weitere Typen für verschiedene Einsatzzwecke.
Solarthermische Kollektoren sind das Herzstück jeder Solarthermieanlage. Sie fangen die Sonnenstrahlung ein und wandeln sie in nutzbare Wärme um. Im Gegensatz zu Photovoltaikmodulen, die Strom erzeugen, dienen Kollektoren der Wärmegewinnung – für Warmwasser, Heizungsunterstützung oder industrielle Prozesswärme. Dieser Beitrag gibt einen umfassenden Überblick über die verschiedenen Kollektortypen und ihre Einsatzgebiete.
Das Grundprinzip aller solarthermischen Kollektoren ist einfach: Eine dunkle Absorberfläche nimmt die Sonnenstrahlung auf und wandelt sie in Wärme um. Ein Wärmeträgermedium, in der Regel ein Gemisch aus Wasser und Frostschutzmittel (Glykol), durchströmt den Absorber und transportiert die Wärme zum Speicher oder Verbraucher. Um die Wärmeverluste zu minimieren, ist der Absorber in einem wärmegedämmten Gehäuse untergebracht.
Flachkollektoren sind der am weitesten verbreitete Kollektortyp in Deutschland. Sie bestehen aus einem flachen, kastenförmigen Gehäuse mit einer transparenten Glasabdeckung auf der Vorderseite. Darunter befindet sich der Absorber, typischerweise eine Kupfer- oder Aluminiumplatte mit eingelöteten oder eingepressten Kupferrohren. Die Rückseite und die Seiten sind wärmegedämmt. Flachkollektoren erreichen Wirkungsgrade von 70 bis 80 Prozent bei geringen Temperaturdifferenzen und sind die wirtschaftlichste Lösung für die Warmwasserbereitung und Heizungsunterstützung in Wohngebäuden.
Vakuumröhrenkollektoren bieten eine höhere Effizienz, insbesondere bei höheren Temperaturen und in den kühleren Jahreszeiten. Sie bestehen aus mehreren nebeneinander angeordneten Glasröhren, in denen sich der Absorber befindet. Zwischen dem Absorber und der äußeren Glasröhre herrscht ein Vakuum, das die Wärmeverluste durch Konvektion und Wärmeleitung nahezu eliminiert. Dadurch erreichen Vakuumröhrenkollektoren auch bei niedrigen Außentemperaturen und diffuser Strahlung noch gute Erträge.
Es gibt zwei Haupttypen von Vakuumröhrenkollektoren: direkt durchströmte Röhren und Heat-Pipe-Röhren. Bei direkt durchströmten Röhren fließt das Wärmeträgermedium direkt durch den Absorber in der Röhre. Bei Heat-Pipe-Systemen wird die Wärme über ein verdampfendes Medium in einem geschlossenen Rohr an einen Sammler am oberen Ende der Röhre transportiert. Heat-Pipe-Kollektoren haben den Vorteil, dass einzelne Röhren bei Bedarf einfach ausgetauscht werden können.
Unverglaste Kollektoren, auch Schwimmbadabsorber genannt, sind die einfachste Form solarthermischer Kollektoren. Sie bestehen lediglich aus einem dunklen Kunststoffabsorber ohne Glasabdeckung und ohne Wärmedämmung. Durch ihre einfache Bauweise sind sie sehr kostengünstig, eignen sich aber nur für niedrige Temperaturen. Ihr Haupteinsatzgebiet ist die Schwimmbaderwärmung, wo Temperaturen von 25 bis 30 Grad Celsius ausreichend sind.
Luftkollektoren nutzen Luft statt einer Flüssigkeit als Wärmeträgermedium. Sie werden vor allem für die Beheizung von Gebäuden, die Trocknung landwirtschaftlicher Produkte und die Vorerwärmung von Zuluft eingesetzt. Luftkollektoren haben den Vorteil, dass kein Frostschutz erforderlich ist und keine Leckagen auftreten können. Allerdings ist die Wärmeübertragung mit Luft weniger effizient als mit Flüssigkeiten.
Konzentrierende Kollektoren bündeln die Sonnenstrahlung auf einen kleinen Absorber und erreichen dadurch sehr hohe Temperaturen. Parabolrinnenkollektoren und Fresnel-Kollektoren werden in solarthermischen Kraftwerken eingesetzt, wo Temperaturen von mehreren hundert Grad Celsius benötigt werden. Für den Einsatz in Wohngebäuden sind sie in der Regel nicht geeignet, da sie direkte Sonnenstrahlung benötigen und eine Nachführung erfordern.
Die Wahl des richtigen Kollektortyps hängt von mehreren Faktoren ab. Für die reine Warmwasserbereitung in einem Einfamilienhaus sind Flachkollektoren in der Regel die wirtschaftlichste Lösung. Die benötigte Kollektorfläche liegt bei etwa 1 bis 1,5 Quadratmetern pro Person. Für die kombiniierte Warmwasserbereitung und Heizungsunterstützung sind größere Flächen erforderlich, und Vakuumröhrenkollektoren können aufgrund ihrer höheren Effizienz bei Heizungstemperaturen eine sinnvolle Alternative sein.
Die Installation solarthermischer Kollektoren erfordert Fachkenntnisse. Die Kollektoren müssen fachgerecht auf dem Dach montiert, die Rohrleitungen verlustarm verlegt und der Solarspeicher richtig dimensioniert werden. Eine Solarregelung steuert die Umwälzpumpe und sorgt dafür, dass die Wärme nur dann vom Kollektor zum Speicher transportiert wird, wenn ein nutzbarer Temperaturunterschied besteht.
Die Förderung solarthermischer Anlagen durch die Bundesregierung macht die Investition zusätzlich attraktiv. Im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Gebäude werden Solarthermieanlagen mit bis zu 25 Prozent der Investitionskosten gefördert. In Kombination mit einer neuen Heizungsanlage kann die Förderung sogar noch höher ausfallen. Kollektoren für Solarthermie bleiben damit ein wichtiger Baustein der Energiewende im Wärmesektor.