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Auf der Intersolar und Power2Drive 2026 stellt Fronius die neue Reserva Pro in den Mittelpunkt – flankiert von Wattpilot-Portfolio, bidirektionalem Laden und Notstromlösungen.

Microsoft Katja (Neural, deutsch)
Die Intersolar Europe und die parallel stattfindende Power2Drive Europe sind jedes Jahr eine Art Marktbarometer für die Solarbranche. Was hier steht, vor allem aber wie es positioniert wird, gibt einen verlässlichen Ausblick darauf, in welche Richtung sich das Geschäft entwickelt. Bei der diesjährigen Ausgabe vom 23. bis 25. Juni tritt Fronius mit einem bemerkenswert klaren Kompass auf: Der österreichische Hersteller setzt die Messe komplett auf ein Portfolio, das Erzeugung, Speicherung, Steuerung und Nutzung von Strom in einem europäisch gefertigten Gesamtsystem verbindet – und flankiert die Produktauftritte mit einem klaren Bekenntnis zu europäischer Wertschöpfung.
Im Zentrum steht die Fronius Reserva Familie, angeführt von der neuen Reserva Pro – einer Hochvoltbatterie, deren Zellen und Module nach Angaben des Unternehmens in der EU gefertigt werden. Dazu kommt das komplette Wechselrichter- und E-Mobilitäts-Portfolio, darunter der Wattpilot in den Varianten Flex, Home und Pro, Notstrom-Konzepte rund um den Fronius Backup Controller sowie ein ausgebauter Service- und Supportbereich.
Die Reserva Pro ist der zentrale Neuzugang. Technisch ist sie modular aufgebaut und lässt sich in einem einzelnen Turm von 12 bis 32 Kilowattstunden skalieren, im Parallelbetrieb sind bis zu 128 Kilowattstunden möglich. Damit adressiert die Reserva Pro eine Lücke, die in der bisherigen Speicherlandschaft zunehmend sichtbar wird: Der Sprung zwischen klassischen Heimspeichern (typisch 5–20 Kilowattstunden) und gewerblichen Großspeichern war für anspruchsvolle Haushalte, Landwirtschaften und kleinere Gewerbebetriebe lange unbequem. Die Reserva Pro füllt diesen Bereich mit einem System, das sich im Betrieb modular erweitern lässt, ohne bei der Erstinvestition das Maximum zu verlangen.
Technisch ist die Batterie auf die Wechselrichter Fronius GEN24 Plus und Fronius Verto Plus abgestimmt und setzt auf DC-Kopplung – eine Entscheidung, die im Speichersegment höhere Systemwirkungsgrade ermöglicht als reine AC-Lösungen, weil die doppelte Wandlung entfällt. Notstromfähigkeit und Schwarzstartfunktion runden das Profil ab: Gerade für landwirtschaftliche Betriebe, die im Netzausfall kritische Verbraucher wie Melkanlagen, Lüftung oder Kühlung aufrechterhalten müssen, sind das keine Komfortfunktionen, sondern betriebliche Notwendigkeiten.
Der zweite inhaltliche Schwerpunkt am Messestand ist das Thema Resilienz. Mit dem Fronius Backup Controller lässt sich die Reserva Pro zu einem System erweitern, das auch größere Verbraucher zuverlässig durch längere Netzausfälle trägt. Für private wie gewerbliche Kunden ist das ein zunehmend relevanter Kaufgrund: In den vergangenen Jahren hat sich die wahrgenommene Versorgungssicherheit merklich verändert, und Investitionen in Speicher werden nicht mehr nur mit Eigenverbrauchsoptimierung, sondern auch mit Ausfallsicherheit argumentiert.
Dass Fronius dieses Thema aktiv in den Vordergrund stellt, ist folgerichtig – in einem Markt, in dem viele Anbieter ihre Batterien primär als wirtschaftliches Optimierungswerkzeug positionieren, entwickelt sich die Kombination aus Speicher und belastbarer Notstromlösung zu einem eigenständigen Kaufkriterium.
Auf der Power2Drive in Halle B6 zeigt Fronius das komplette AC-Ladeportfolio rund um den Wattpilot. Die Varianten Flex, Home und Pro adressieren unterschiedliche Zielgruppen – von der mobilen Steckerlösung über die Wallbox im Eigenheim bis zum Lademanagement im gewerblichen Kontext. Neu sind laut Unternehmen Funktionen, die sich in die Gesamtarchitektur aus PV-Erzeugung, Speicher und Haushaltsverbrauch integrieren.
Ein eigener Schwerpunkt liegt auf bidirektionalem Laden – also der Frage, ob und wie Elektrofahrzeuge als zusätzliche Speicher in die Gebäude- und Netzversorgung eingebunden werden können. Fronius will auf der Messe einen „Faktencheck" präsentieren, der mit gängigen Mythen zu V2H und V2G aufräumen soll. Aus Sicht der Branche ist das überfällig: Bidirektionales Laden wird seit Jahren als Zukunftstechnologie gehandelt, die konkreten Voraussetzungen – von Fahrzeugkompatibilität über Wallbox-Normen bis zu regulatorischen Fragen rund um Netzentgelte – sind in der Praxis aber bis heute nur schwer zu überblicken.
Ein für Installateure oft unterschätzter Teil des Messeauftritts ist der Service- und Supportbereich. Fronius setzt dort auf direkten Kontakt mit dem TechSupport: Schulungen, praxisnahe Online-Tools, Ersatzteilverfügbarkeit und persönliche Betreuung sind Themen, die in Produktkatalogen selten prominent auftauchen – im Tagesgeschäft eines Fachbetriebs aber über die tatsächliche Wirtschaftlichkeit eines Systems entscheiden.
Der Trend geht in dieser Frage klar in Richtung eines Gesamtservice-Angebots: Wer heute im hochpreisigen Segment Speicher und Wechselrichter verkauft, muss mit einem Lieferumfang antreten, der die Zeit nach der Inbetriebnahme professionell abdeckt. Genau hier liegt ein struktureller Vorteil etablierter europäischer Hersteller – und ein Grund, warum sich viele Installationsbetriebe trotz höherer Stückpreise bewusst für diese Anbieter entscheiden.
Unübersehbar ist die übergreifende Botschaft des Messeauftritts: europäische Fertigung. Mit der Reserva Pro präsentiert Fronius eine der wenigen Hochvoltbatterien, deren Zellen und Module laut Hersteller in der EU produziert werden. Auf seiner Fronius Stage laufen während der drei Messetage wechselnde Impulsvorträge – unter anderem zu regulatorischen Neuerungen, Produkthighlights und Markttrends – die den strategischen Rahmen des Auftritts unterstreichen.
„Die Messebesucherinnen und -besucher dürfen sich auf Produktneuheiten, praxisnahe Einblicke und ein starkes Statement für europäische Wertschöpfung freuen", kündigt Harald Scherleitner, CSO Fronius International, an. Der Satz ist in der aktuellen Marktlage mehr als PR-Rhetorik: Nationale Förderinstrumente wie der österreichische Made-in-Europe-Bonus und EU-weite Initiativen wie der Net-Zero Industry Act schaffen gerade einen Rahmen, in dem europäische Fertigung nicht nur ideell, sondern auch wirtschaftlich zunehmend zur Differenzierungsgröße wird.
Der Fronius-Auftritt 2026 steht exemplarisch für eine breitere Entwicklung in der Branche. Einzelkomponenten lassen sich in einem globalen Markt nur schwer über Preis oder Innovation allein differenzieren. Wer bestehen will, muss zunehmend Systeme anbieten: PV-Erzeugung, Speicher, Wechselrichter, Notstrom, E-Mobilität und Service aus einer Hand, abgestimmt und zueinander kompatibel. Genau auf dieses Profil zielt Fronius mit der Kombination aus Reserva Familie, GEN24/Verto-Wechselrichtern, Wattpilot und Backup Controller.
Für Besucher der Intersolar und Power2Drive ergibt sich daraus ein doppelter Mehrwert. Zum einen werden die Produkte physisch greifbar, was gerade bei Speichertechnik und Ladeinfrastruktur für Installationsbetriebe nach wie vor ein wichtiger Entscheidungsfaktor ist. Zum anderen rückt sichtbar in den Vordergrund, wie sich Hersteller in einem zunehmend durchregulierten Markt positionieren – eine Frage, die bei Investitionsentscheidungen der kommenden Jahre an Bedeutung gewinnen dürfte.
Zu finden ist Fronius auf der Intersolar Europe in Halle B4 (Stände B4.310 und B4.410) sowie auf der Power2Drive Europe in Halle B6 (Stand B6.140).