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Innovative Photovoltaikanlage in Varel vereint Landwirtschaft und Solarenergie

In Varel entsteht eine der ersten Photovoltaikanlagen, die Moor-PV und Agri-PV kombiniert. Dieses Projekt zeigt, wie landwirtschaftliche Flächen für die Erzeugung von CO₂-freiem Strom genutzt werden können und gleichzeitig ökologische Vorteile bieten. Starke Partnerschaften fördern regionale Wertschöpfung.

Innovative Photovoltaikanlage in Varel vereint Landwirtschaft und Solarenergie
Corinna Weiss
4 Min. Lesezeit
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Microsoft Katja (Neural, deutsch)

Mit dem Bau der Photovoltaikanlage in Varel setzen WI Energy GmbH, die emt²gruppe und regionale Landwirte ein bemerkenswertes Zeichen für die Integration erneuerbarer Energien in landwirtschaftliche Flächen. Auf rund 40 Hektar entstehen hier innovative Lösungen, die die unterschiedlichen Anforderungen von Klimaschutz und landwirtschaftlicher Nutzung miteinander verbinden. Diese Maßnahme könnte ein wegweisendes Beispiel für ähnliche Projekte in Deutschland und darüber hinaus sein und zeigt, wie Synergien zwischen Landwirtschaft und Photovoltaik geschaffen werden können.

Innovationsprojekt auf moorigen Flächen

Die in Varel errichtete Photovoltaikanlage ist eine der ersten in Deutschland, die Moor-PV, Agri-PV und klassische Freiflächenanlagen kombiniert. Diese Kombination stellt einen bedeutenden Fortschritt im Bereich der Solarenergie dar, insbesondere angesichts der Herausforderungen, die durch entwässerte Moorflächen entstehen. Diese Flächen sind nicht nur ein bedeutender Verursacher von Treibhausgasemissionen, sondern bieten auch Potenzial für die gleichzeitige Erzeugung von CO₂-freiem Strom.

Die Wiedervernässung von Moorflächen hat das Potenzial, die CO₂-Emissionen signifikant zu reduzieren. Dies wird durch die Installation von Photovoltaikanlagen, die gleichzeitig Strom erzeugen, weiter verstärkt. Das Projekt zeigt, wie es möglich ist, ökologische und wirtschaftliche Interessen in Einklang zu bringen. Die Integration von Agri-PV, bei der landwirtschaftliche Produkte unter den Solarmodulen gedeihen können, eröffnet neue Möglichkeiten für Landwirte und stellt sicher, dass landwirtschaftliche Flächen nicht ungenutzt bleiben.

Starke Partnerschaften und regionale Wertschöpfung

Die Umsetzung des Projekts wurde durch die enge Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Akteuren ermöglicht. WI Energy GmbH übernahm die Planung, Finanzierung und das Management, während die emt²gruppe als Generalunternehmer fungierte. Die regionalen Landwirte Andreas Rengstorf und Lars Kaper trugen nicht nur ihre Flächen bei, sondern auch ihre lokale Expertise, die für die Realisierung des Projekts entscheidend war. Diese Form der Zusammenarbeit zwischen landwirtschaftlichen Betrieben und Energieunternehmen könnte als Modell für zukünftige Projekte dienen, um die Akzeptanz und den Erfolg von erneuerbaren Energien in ländlichen Regionen zu fördern.

Die Pachtverträge mit einer Laufzeit von 30 Jahren sichern eine langfristige Nutzung der Flächen für die Energieerzeugung und stärken damit die wirtschaftliche Basis für alle Beteiligten. Dies ist besonders wichtig in einer Zeit, in der die Energiewende und die Dekarbonisierung des Energiesektors an oberster Stelle stehen. Durch solche Projekte wird nicht nur die regionale Wertschöpfung gefördert, sondern auch die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen reduziert.

Technische Herausforderungen und Lösungsansätze

Die technische Umsetzung des Projekts stellte das Team vor erhebliche Herausforderungen. Der sehr saure Moorboden erforderte spezielle Beschichtungen für die Solarmodule, und die Gründungen mussten bis zu 4,5 Meter tief in den Boden reichen, um Stabilität zu gewährleisten. Dies zeigt, dass die Errichtung von Photovoltaikanlagen in schwierigen geographischen und klimatischen Bedingungen innovative Lösungen erfordert.

Besonders hervorzuheben ist der Einsatz bifazialer Solarmodule, die nicht nur die direkte Sonneneinstrahlung, sondern auch das reflektierte Licht von der Mooroberfläche nutzen. Dieser Ansatz maximiert den Ertrag und zeigt, dass auch unter suboptimalen Bedingungen effiziente Lösungen gefunden werden können. Die frühzeitige Realisierung des Netzanschlusses im Dezember 2025, mehr als sechs Monate vor dem ursprünglich geplanten Termin, ist ein weiteres Beispiel für die Effizienz der Projektumsetzung und unterstreicht die Bedeutung von gut koordinierten Bauabläufen.

Nachhaltigkeit und Bürgerbeteiligung

Ein weiteres wichtiges Element des Projekts ist die Bürgerbeteiligung, die durch ein Sharing-Economy-Modell realisiert wurde. Bürgerinnen und Bürger sowie Landwirte aus der Region konnten frühzeitig in das Projekt einsteigen, und die Gründung einer Bürgerenergiegenossenschaft ermöglichte auch kleineren Investoren die Beteiligung. Dies stärkt nicht nur die Akzeptanz des Projekts in der Bevölkerung, sondern sorgt auch dafür, dass die wirtschaftlichen Vorteile der erneuerbaren Energieerzeugung regional bleiben.

Mit einer erwarteten Jahresproduktion von rund 40 Millionen Kilowattstunden kann die Anlage den Strombedarf von etwa 9.032 Haushalten decken und gleichzeitig eine bedeutende CO₂-Einsparung von 23.333 Tonnen pro Jahr erzielen. Dies ist ein klarer Beleg für die Effizienz und den positiven Einfluss solcher Projekte auf das Klima und die Umwelt.

Fazit

Das Projekt in Varel ist ein Beispiel dafür, wie innovative Ansätze im Bereich der erneuerbaren Energien in Verbindung mit landwirtschaftlicher Nutzung neue Möglichkeiten schaffen können. Die Kombination aus Moor-PV, Agri-PV und Freiflächenanlagen könnte als Modell für die Umsetzung ähnlicher Projekte in Deutschland und darüber hinaus dienen. Die erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen regionalen Landwirten und Energieunternehmen zeigt, wie wichtig solche Partnerschaften für die Energiewende sind und wie sie zur Reduzierung von CO₂-Emissionen beitragen können. In Zeiten des Klimawandels ist es entscheidend, solche Lösungen zu fördern, um sowohl ökologische als auch wirtschaftliche Ziele zu erreichen.

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Quelle: Mitteilung von DCF Verlag