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März 29, 202525 Jahre EEG: Eine Achterbahn der Gefühle und des Umsatzes
Zum Jubiläum des Erneuerbare-Energien-Gesetzes blicken wir zurück – mit einem Installateur, der seit der ersten Stunde dabei ist.
Ein Solarhandwerker der ersten Stunde
Am 1. April 2000 trat das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) in Kraft. Für Arne Hagemann, Geschäftsführer der Backhaus Solartechnik GmbH in Hamburg, war das der Beginn einer emotionalen und wirtschaftlichen Achterbahnfahrt – eine Reise, die er mit fünf Mitarbeitern bis heute erfolgreich meistert.
„Als das EEG kam, haben wir uns gefreut. Da ging’s los, das war super“, erinnert sich Hagemann. Doch es folgten auch Rückschläge – etwa 2013, als die Einspeisevergütung unter der damaligen schwarz-gelben Regierung drastisch gekürzt wurde. „Da sind in unserem Verband Nordsolar Tränen geflossen, viele haben damals aufgegeben.“
EEG im Wandel – und die Märkte gleich mit
Die letzte große Nachfragewelle erlebte Hagemann ab 2022 nach dem Beginn des Ukraine-Krieges. „In wenigen Wochen hatten wir das Bauvolumen von zwei Jahren voll – da habe ich das Telefon gesperrt.“ Der Boom ebbte im Sommer 2024 jedoch spürbar ab.
Für Hagemann war es nie das Ziel, mit seinem Unternehmen zu wachsen. „Mehr als fünf Mitarbeitende wollte ich nie haben.“ Heute installiert Backhaus Solartechnik vor allem Photovoltaikanlagen und Wärmepumpen – bewusst regional, bewusst unabhängig.
Von der Begeisterung zur Bewegung
Begeistert hat Hagemann die Solarenergie schon in seiner Ausbildung: Die TV-Sendung „Ein Mann heizt durch die Wand“ wurde für ihn zur Initialzündung. 1992 stieg er bei Backhaus Solartechnik ein – damals ein Zwei-Mann-Betrieb mit Fokus auf Solarthermie und später auch Photovoltaik.
„Wir galten als Spinner – und unsere Kunden auch“, erzählt er lachend. Damals wie heute legt Hagemann Wert auf regionale Produkte und einen diversifizierten Geschäftsansatz. Neben PV-Anlagen baute man anfangs auch Lüftungsanlagen.
Erfahrung, Austausch und der Blick nach vorn
Heute ist Arne Hagemann Präsident des Netzwerks Nordsolar e.V., das sich aus norddeutschen Solarfirmen zusammensetzt. „Wir sind ein Haufen alter Hasen, die sich schulen und auf dem Laufenden halten.“
Den Wandel in der Kundschaft spürt er deutlich: „Die Älteren kaufen auf Empfehlung und Handwerksqualität, die Jüngeren schauen zuerst auf die Website – Erfahrung zählt da weniger.“
EEG-Rückblick: Von der Vision zur Wirtschaftlichkeit
Eine kostendeckende Vergütung brachte das EEG zunächst nicht. 99 Pfennig pro Kilowattstunde reichten bei Systempreisen von 5.000 bis 6.000 Euro/kWp nicht aus. Erst mit der EEG-Novelle 2004 wurde die Vergütung wirtschaftlich tragfähig: 57,4 Cent pro Kilowattstunde standen sinkenden Systempreisen von rund 4.000 Euro/kWp gegenüber.
Programme wie das „100.000-Dächer-Programm“ ebneten den Weg – und machten Photovoltaik für viele Bürger erstmals rentabel. Heute steht das EEG als Symbol für eine der größten Erfolgsstorys der Energiewende – trotz aller Hürden.
Fazit: EEG – Rückgrat und Herausforderung zugleich
25 Jahre EEG – das bedeutet nicht nur eine Erfolgsgeschichte der Erneuerbaren, sondern auch eine Geschichte von politischen Unsicherheiten, technologischer Entwicklung und persönlichem Einsatz. Arne Hagemann steht stellvertretend für viele Betriebe, die mit Leidenschaft und Pragmatismus die Energiewende mitgestalten – damals wie heute.